Eltern für Social-Media-Verbot

"Schüler sind abhängig" – Ärztin warnt vor Handy-Sucht

Immer mehr Kinder kämpfen mit Schlafproblemen und Konzentrationsschwierigkeiten. Jetzt fordern besorgte Eltern Social Media-Nutzung erst ab 16 Jahren.
Hannah  Maier
27.03.2026, 07:15
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Schlafstörungen, emotionaler Rückzug, Konzentrationsschwierigkeiten, Essstörungen – diese Probleme begegnen Schulärztin Christina Glatz in ihrem Job immer häufiger. Mitunter ein Grund: übermäßige Smartphone- und Social-Media-Nutzung. "Kinder kommen übermüdet in die Schule und zeigen deutliche Anzeichen einer Abhängigkeit vom Smartphone", sagt sie.

Rund 3.500 Eltern fordern nun Maßnahmen zum Schutz ihrer Kinder. Als Initiative "Smartphone freie Kindheit Österreich", treten sie gemeinsam auf und setzen sich für eine gesetzliche Social-Media-Altersgrenze ab 16 Jahren ein.

Eltern in Sorge um ihre Kinder

"Bei potenziell suchtgefährdenden Produkten wie Alkohol oder Tabak ist es selbstverständlich, dass der Staat klare Altersgrenzen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen setzt. Warum wir bei Social Media, das nachweislich ähnliche und zusätzliche Risiken birgt, niedrigere Maßstäbe anlegen, ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar", sagt Stephanie Blase, Obfrau "Smartphone freie Kindheit Österreich".

Sie ist selbst Mutter und kämpft für mehr Schutz von Kindern im digitalen Raum. "Eltern stehen vor großen Herausforderungen. Die Kinder entgleiten uns. Es gibt ständig Diskussionen über Bildschirmzeit und Handynutzung", schildert sie. "Solange Social Media unsere Kinder nicht schützt, müssen wir unsere Kinder vor Social Media schützen", sagt auch Claudia Kofler, Vertreterin der Initiative und selbst Mutter.

Experten warnen vor Risiken

Unterstützung bekommt die Initiative von Expert:innen: Schulärztin Christina Glatz und Dr. Leonhard Thun-Hohenstein, renommierter österreichischer Kinder- und Jugendpsychiater sowie Gründer der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Christian-Doppler-Klinik in Salzburg. Beide berichten von negativen Folgen übermäßiger Smartphone-Nutzung in jungem Alter.

"Smartphones und Soziale Medien haben natürlich auch Vorteile. Sie bieten Informationen, können die kognitive Entwicklung fördern und bieten Austauschmöglichkeiten. Doch es gibt auch eine Vielzahl an negativen Folgen, besonders bei jüngeren Altersgruppen: Adipositas, Kurzsichtigkeit, Beeinträchtigung des Lernens, Körperwahrnehmungsstörungen", erklärt Thun-Hohenstein.

Initiative fordert Social-Media-Grenze ab 16 Jahren

Die Entwicklung kleiner Kinder wird stark beeinträchtigt und auch in der Pubertät hat ein hoher Smartphone-Konsum Folgen, warnen die Expert:innen. Bereits mehr als 800 Expertinnen und Experten aus der Expert:innen-Allianz fordern gemeinsam mit der Initiative eine gesetzliche Social-Media-Altersgrenze ab 16 Jahren.

Die Initiative fordert eine gesetzliche Social Media Altersgrenze ab 16 Jahren mit wirksamer Altersprüfung, eine flächendeckende gesellschaftliche Aufklärung über digitale Risiken und eine altersgerechte und verstärkte Medienkompetenzbildung. "Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf digitale Teilhabe, aber ebenso auf Schutz und gesunde Entwicklung. Bei nachweislichen Risiken muss der Jugendschutz Vorrang haben", so Blase.

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