Der Ring ist mit zwei Millionen Radfahrern eine der am stärksten befahrenen Radrouten in ganz Wien. Nun wird er in insgesamt vier Abschnitten mit getrennten Bereichen für Radfahrer und Fußgänger umgestaltet: Die Mobilitäts- und Planungs-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) präsentierte am Donnerstag im Ringturm die Pläne für den neuen "Rad-Highway", die in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Gehl Architects aus Kopenhagen entwickelt wurden.
Für Sima ist der Ringradweg ein "Highlight" der für heuer geplanten 33 Radwege-Projekte: "Wer am Ring zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, weiß, dass es hier auf weiten Strecken wirklich eng und unübersichtlich ist. Wir wollen künftig für klare Verhältnisse sorgen und das Potenzial der Nebenfahrbahnen nützen, um für einheitliche, gut erkennbare Routen zu sorgen."
Erste Vorarbeiten wurden bereits mit dem Austausch der Wasserrohre gestartet, richtig los geht es ab heurigem Herbst. Der erste Abschnitt geht vom Schottentor zum Schottenring – allerdings nur auf der Seite der Börse. Farblich erhält der Radweg eine helle Sandfarbe, die – wie etwa bei der Argentinierstraße – in den Belag bereits integriert ist.
Auf der derzeitigen Nebenfahrbahn mit großteils beidseitigen Parkflächen entsteht ein rund 4,50 Meter breiter Zwei-Richtungs-Radweg. Für den neuen "Rad-Highway" müssen laut "Heute"-Recherchen über 100 Parkplätze weichen. Dafür werde im 1. Bezirk das Anrainerparken verstärkt, es rückt näher an den Ring heran, versichern Sima und City-Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP).
Die Bauarbeiten für den ersten Abschnitt werden von Herbst 2026 bis Mitte 2027 andauern – eine komplette Sperre für Radfahrer wird es in diesem Abschnitt aber nicht geben. Man werde für wechselnde Umleitungen sorgen, erklärte Sima.
"Beim Ringradweg handelt es sich um eine dramatische Verbesserung der Radinfrastruktur. Ganz wichtig war für uns die ganz klare Trennung von Radfahrern und Fußgängern", betont die Stadträtin. Auch für die Fußgänger – sie gehen im Schatten der Alleebäume – wird die Situation verbessert: Rund 900 Quadratmeter Fläche werden entsiegelt und 12 neue Bäume gepflanzt. Zusätzlich werden 50 neue Sitzmöbel, Trinkbrunnen und Gräserbeete errichtet.
Die Situation am Ring sei derzeit alles andere als zufriedenstellend, es hätte laufend Beschwerden gegeben, erklärte Bezirkschef Figl. "Das Projekt ermöglicht eine nachhaltige Weiterentwicklung einer der verkehrsreichsten Straßen Wiens für alle Verkehrsteilnehmer – mit der Entflechtung von Geh- und Radwegen als zentralem Element für Sicherheit und Qualität für alle Generationen", so Figl.
Der VCÖ-Initiative "Problemstellen beim Radfahren" wurde allein beim Ringradweg 63 Stellen genannt. Der neue Radweg soll nun für mehr Sicherheit sorgen: Wichtige Querungen für Fußgänger über die Rad-Allee werden durch gepflasterte "Zwischenlinsen" – kleine Inseln, die einen sicheren Zwischenstopp ermöglichen – markiert. Auch die Kreuzungsbereiche sollen durch Gehsteig-Vorziehungen für alle sicherer gemacht werden.
Insgesamt rechnet Sima mit einer Bauzeit von fünf Jahren: "Wir hoffen, dass wir in dieser Legislaturperiode fertig werden. Eventuell kann es sein, dass wir mit dem letzten Abschnitt in die nächste Legislaturperiode hineinrutschen."
Die Gesamtkosten bzw. das veranschlagte Budget für den Ringradweg wurde nicht bekannt gegeben. Die Kosten für den ersten Abschnitt werde man beim Spatenstich verkünden, so Sima. Vermutlich werde es ein einstelliger Millionenbetrag im mittleren Bereich sein. Das Budget für den heurigen Radwege-Ausbau mit insgesamt 33 Projekten beträgt insgesamt 20 Millionen Euro.
Am 8. und 9. April (16.30 Uhr bis 19.30 Uhr) können sich Interessierte über das Projekt bei einer Ausstellung im Erdgeschoß des Ringturms informieren. Auch auf meinring.wien werden Informationen zur Verfügung gestellt.