Park statt Beton gefordert

Streit um Westbahn-Areal – Bürger starten neue Petition

Mit einer neuen Petition erhöhen Bürger den Druck auf die Politik. Sie fordern einen durchgehenden Park statt weiterer Bebauung beim Westbahn-Areal.
Wien Heute
26.03.2026, 11:46
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Der Konflikt rund um die Zukunft des Westbahnareals im 15. Bezirk nimmt weiter an Fahrt auf. Nachdem zuletzt politische Diskussionen über das geplante Großprojekt entbrannt sind, melden sich nun engagierte Bürgerinnen und Bürger deutlich zu Wort. Die Initiative "WESTBAHNPARK.live" fordert einen durchgehenden, unverbauten Park – und startet eine neue Petition.

Seit 2018 setzt sich die Gruppe für die Schaffung eines rund 1,2 Kilometer langen Grünraums entlang der Felberstraße ein. Bereits knapp 12.000 Unterschriften wurden gesammelt, darunter rund 4.000 aus dem Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus. Laut Initiative sei auch im Rahmen eines städtischen Beteiligungsverfahrens klar geworden: Die Bevölkerung wünsche sich mehrheitlich einen Park ohne Bebauung.

"Grüne Lunge für die Stadt"

Die Forderung nach einem großflächigen Park begründen Expertinnen und Experten mit klimatischen und sozialen Argumenten. Die Landschaftsplanerin Lilli Lička warnt vor einer weiteren Verdichtung: Die Frischluftschneise vom Wienerwald sei "überlebenswichtig" für die Stadt. Eine Verbauung würde die Hitzeproblematik im dicht bebauten Bezirk zusätzlich verschärfen.

Visualisierung: Neuer Landschaftspark am Westbahnhof
Stadt Wien/Stadtteilplanung und Flächenwidmung

Auch architektonische Kritik wird laut. Architekt Peter Schneider weist darauf hin, dass ausgerechnet jener Bereich bebaut werden soll, der aktuell noch als letzter zusammenhängender Grünstreifen mit hoher Biodiversität besteht. Der Künstler und Landschaftsarchitekt Hannes Gröblacher spricht sogar von einer "verpassten Jahrhundertchance", sollte die Fläche nicht als durchgehender Park erhalten bleiben.

Kritik an Stadtplanung

Besonders kritisch sehen die Aktivistinnen und Aktivisten das aktuelle Stadtentwicklungskonzept. Dieses sehe – entgegen öffentlicher Darstellung – eine Bebauung von bis zu 70 Prozent der Fläche vor. Im Stadtentwicklungsplan 2035 sei zudem kein durchgehender Park ausgewiesen.

Neue Petition soll Druck erhöhen

Mit einer neuen Petition auf der Wiener Plattform will die Initiative nun zusätzlichen Druck aufbauen. Ziel ist es, alle politischen Parteien gleichermaßen in die Verantwortung zu nehmen. Bereits mit 500 Unterschriften wird die Petition im zuständigen Ausschuss behandelt – Sitzungen sind für den 8. Mai und den 8. Juni angesetzt.

„Die Bewohner:innen brauchen und wollen den unbebauten Westbahnpark.“
Initiative "WESTBAHNPARK.live"

Die zentralen Forderungen: Ein durchgehender Westbahnpark ohne Bebauung, frühzeitige Einbindung der Bevölkerung in die Planung, eine "Null-Bebauungs-Variante" im Wettbewerb, durchgehende Fuß- und Radverbindungen und echte Bürgerbeteiligung im gesamten Prozess.

Stadt hält an gemischter Nutzung fest

Seitens der Stadt Wien wurde hingegen zuletzt betont, dass eine vollständige Freihaltung der Fläche nicht vorgesehen sei. Vielmehr verfolgt man das Ziel einer kombinierten Entwicklung aus Grünraum, Infrastruktur und Bebauung. Vertreter der Stadt argumentieren, dass dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden müsse und das Areal eine wichtige Chance für eine ausgewogene Stadtentwicklung darstelle.

Zugleich wird darauf verwiesen, dass ein sogenannter "Landschaftspark" geplant sei, der große Teile der Fläche begrünt und öffentlich zugänglich machen soll. Auch moderne Konzepte wie Dachbegrünungen, klimafitte Bauweise und durchlässige Freiräume seien Teil der Planung. Eine völlige Nicht-Bebauung würde aus Sicht der Stadt hingegen wichtige Entwicklungsmöglichkeiten ungenutzt lassen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 26.03.2026, 11:46
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