Um 12 Uhr am Donnerstag (2. April) wurde die Spritpreisbremse wirksam. Damit sollen laut Regierung Benzin und Diesel um 10 Cent pro Liter billiger werden – je 5 Cent aus einer Senkung der Mineralölsteuer (MöSt) und dem Eingriff in die Gewinnmargen der Spritmultis.
Ein "Heute"-Lokalaugenschein zeigte: Eine OMV-Tankstelle in Wien-Heiligenstadt ging sogar um 12 Cent runter. Um kurz vor 12 Uhr kostete Diesel dort 2,299 Euro, dann sank der Preis auf 2,179 Euro. Super ging von 1,999 Euro auf 1,879 Euro runter.
Aber: Andere Tankstellen, etwa Shell am Praterstern, senkten nur um 7 Cent. Die Verwirrung war groß. Verstoßen diese gegen das Gesetz, riskieren Strafen?
Nein, klärt das Wirtschaftsministerium gegenüber "Heute" auf: Bezugswert für die 5 Cent Margensenkung sei nicht der Preis vom Vortag, sondern der Durchschnitt im Zeitraum 27. März bis 1. April.
Nun denn. Wer von den gebremsten Preisen des 2. April voll profitieren möchte, sollte ohnehin schleunigst zur Zapfsäule fahren. Denn der Countdown zur drohenden nächsten Preiserhöhung läuft!

High Noon ist am 3. April um 12 Uhr. Dann wäre (wie immer montags, mittwochs und freitags) die nächste Preiserhöhung erlaubt. Daher der Tipp: Du solltest am Freitag bis 11:59 Uhr tanken, denn nach 12 könnte die Rechnung schon wieder um einiges höher ausfallen.
Falls du beispielsweise für einen Oster-Trip volltanken willst, solltest du das bis kurz vor 12 Uhr mittags am Karfreitag tun. Die Erfahrung auch ohne Energiekrise hat gezeigt, dass die Spritpreise vor Feiertagswochenenden besonders hinaufgeschnalzt werden...
Verpasst du das Tanken bis Freitag 11:59 Uhr, ist es auch schon egal, wann du während des Wochenendes zur Zapfsäule fährst. Preissenkungen sind natürlich jederzeit erlaubt, in der aktuellen Situation freilich nicht sehr wahrscheinlich. Die nächste Erhöhung darf nach Karfreitag erst wieder am Ostermontag um 12 Uhr erfolgen. Dass das ein Feiertag ist, spielt keine Rolle.
Worauf du beim Tanken noch achten solltest: Die volle Spritpreisbremse von 10 Cent je Liter gilt nicht an allen Tankstellen. Sofort wirksam wird die Preisbremse nur bei den Ketten der Ölmultis (etwa OMV, BP, Shell), die auch eigene Raffinerien haben.
Bei freien Tankstellen kann es zu Verzögerungen kommen. Denn diese dürfen ihre Lagerbestände noch zu alten Preisen abgeben und müssen erst danach – wenn sie selbst im Großhandel den vergünstigten Sprit eingekauft haben – voll auf die Spritpreisbremse treten. Davor sind die Preise hier nur um die MöSt-Senkung von 5 Cent je Liter gesenkt.
Kleinere Tankstellenbetreiber, die nicht mehr als 30 Standorte haben, sind vom Margeneingriff komplett ausgenommen. Dieser gilt ebenfalls nicht an Autobahntankstellen – damit will man verhindern, dass der Transitverkehr sich am vergünstigten Sprit "bedient".
Bei diesen kleineren Betreibern sowie an der Autobahn wird nur die MöSt-Senkung um 5 Cent wirksam.
Was sich auf jeden Fall weiterhin lohnt, ist vor dem Tanken die Spritpreise zu vergleichen und die günstigste Tankstelle in der Umgebung ausfindig zu machen – mit dem Spritpreisrechner auf heute.at.