Ausnahmezustand in Österreich. Der Spritpreis ist das beherrschende Thema am Stammtisch wie auch im Parlament. Jetzt ist klar: Die von der Regierung geplante Spritpreisbremse dürfte wirklich kommen, auch die Grünen werden zustimmen. Das sollte laut Plan eine Erleichterung von 10 Cent pro Liter bringen.
Zurück auf die Straße. Mit Spannung verfolgen Autofahrer die aktuelle Preisentwicklung. Wer am Mittwoch einen leeren Tank hatte, war besonders nervös. Denn nur Montag, Mittwoch und Freitag – jeweils um 12 Uhr zu Mittag – dürfen die Öl-Konzerne ihre Preise an den Zapfsäulen ändern.

Umso größer die Erleichterung am Schwedenplatz. Hier steht eine Tankstelle, die permanent angefahren wird. Überraschung: Um 12 Uhr bleiben die Preisschilder stehen, Sprit wird hier nicht teurer. Hier kostet der Liter Diesel 2,259 Euro, Super 1,899. Der Kundenstrom bleibt ungebremst.
Auch am Praterstern notierten wir die Preise vor 12 Uhr und am frühen Nachmittag. Hier waren es 2,174 Euro am Vormittag für Diesel, danach 2,199 Euro – eine Erhöhung um 2,5 Cent.
Die Menschen sind beim Tanken äußerst vorsichtig. Ein Unternehmer aus Niederösterreich berichtet, dass ihm Job-Interessenten vermehrt absagen: „Sie sagen mir, dass sich das für sie nicht auszahlt, wenn sie jeden Tag von Wien nach Niederösterreich mit dem Auto fahren müssten, da die Spritpreise einfach zu hoch sind", ärgert sich der Unternehmer gegenüber "Heute".
"Als Normalverdiener kommt man kaum noch über die Runden", das erzählte Hoksa, ein Wiener Taxifahrer im Gespräch. Er fürchtet, dass er sich bei diesen Preisen bald beim AMS anstellen muss. Borislava, eine Pendlerin aus der Steiermark, sagte bereits vor einigen Tagen, "ich tanke nur mehr halb voll." Sie ist ratlos, sagt als Selbstständige bereits einige Aufträge ab, da es sich bei den Preisen nicht mehr auszahlt.
Aus der ARBÖ-Zentrale heißt es: Der Anstieg am Montag war extrem im Vergleich zu dem am Mittwoch. Aktuell haben wir einen österreichweiten Durchschnittspreis von 2,152 Euro pro Liter Diesel und 1,863 Euro bei Super.
"Hoffnung, dass noch vor April (Anm. dem Start der Spritpreisbremse) die Preise kräftig hinuntergehen, gibt es nur, wenn sich die Lage im Nahen Osten beruhigt und die Straße von Hormus wieder offen ist", sagt Sebastian Obrecht vom ARBÖ.