Spritpreis-Analyse

21 Millionen Euro Extra-Gewinn für Ölmultis – pro Tag!

Ölkonzerne kassieren laut Greenpeace-Studie täglich Millionen extra an der Zapfsäule – besonders bei Diesel wird kräftig zugelangt.
Team Wirtschaft
18.03.2026, 21:51
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Seit Beginn des Irankriegs verdienen Mineralölkonzerne in Deutschland laut einer neuen Studie täglich 21 Millionen Euro zusätzlich an gestiegenen Spritpreisen. Das geht aus einer Analyse des Energieexperten Steffen Bukold im Auftrag von Greenpeace hervor. Demnach sind die Preise an den Tankstellen deutlich stärker gestiegen als die zugrunde liegenden Rohölpreise.

Vor allem Dieselfahrer zahlen drauf

Die Studie zeigt, dass die Konzerne dadurch massiv ausgeweitete Gewinnmargen erzielen. Diese zusätzlichen Einnahmen gehen laut Greenpeace auf Kosten der Autofahrenden. Konkret entfallen pro Tag 17,9 Millionen Euro auf Diesel und 3,2 Millionen Euro auf Benzin.

Zusätzliche Gewinne für die Energiewende

Greenpeace-Verkehrsexpertin Lena Donat kritisiert die Situation. Während im Iran Menschen sterben und in Europa viele unter den gestiegenen Preisen leiden, würden sich Ölkonzerne an der Tankstelle bereichern, erklärt sie. Die Bundesregierung müsse diese Übergewinne abschöpfen und das Geld nutzen, um unabhängiger von fossilen Energien zu werden.

Mit den täglichen Extragewinnen könnten laut Greenpeace etwa 1300 kleine Elektroautos pro Tag finanziert werden. Alternativ wäre es möglich, täglich 840 Haushalten eine Wärmepumpe inklusive Einbau zu bezahlen, 35.000 Haushalte mit einem Balkonkraftwerk auszustatten oder 27.700 Menschen ein kostenloses Jahresticket für den öffentlichen Verkehr zu ermöglichen.

Untersuchung widerlegt Branchen-Aussagen

Die Studie widerspricht laut Greenpeace der Darstellung der Branche, lediglich Weltmarktpreise weiterzugeben. Da nahezu alle Raffinerien in Deutschland denselben Konzernen gehören, die auch die Tankstellennetze kontrollieren, bestehe eine große Marktmacht.

Kein plausibler Grund für starke Preiserhöhungen

Besonders beim Diesel sieht Greenpeace keinen plausiblen Grund für die stark gestiegenen Preise. Der in Deutschland verkaufte Diesel werde fast ausschließlich im Inland produziert. Auch beim Benzin gebe es keine Abhängigkeit von teuren Importen, da heimische Raffinerien seit Jahren mehr herstellen als verbraucht wird. Die deutlich höheren Dieselpreise seien daher ein Beispiel für die Willkür der Konzerne, so Donat.

NGO fordert Übergewinnsteuer für Multis

Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, eine wirksame Übergewinnsteuer einzuführen. Diese soll sicherstellen, dass Krisenprofite vollständig abgeschöpft und genutzt werden, um Verbraucher unabhängiger von Öl und Gas zu machen.

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