Die Angst vor den Folgen einer Blockade der Straße von Hormus – gut 20 Prozent der weltweiten Erdöl- bzw. Flüssiggastransporte gehen hier durch – hat Montagfrüh die Rohölpreise zeitweise durch die Decke gehen lassen. In der Spitze legte der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent um gut 30 Prozent auf knapp 120 Dollar zu, bevor er im Laufe des Tages wieder unter die magische Marke von 100 Dollar sank. Im Vergleich: Am Tag vor den Angriffen auf den Iran hatte der Preis je Fass Brent noch bei rund 72,5 Dollar gelegen.
An den Zapfsäulen in Österreich waren Montagnachmittag laut einer ersten Erhebung des ARBÖ zumindest im Durchschnitt dennoch keine gewaltigen Ausschläge zu verzeichnen. Allerdings wurde bei der Preiserhöhung um 12 Uhr (Tankstellen dürfen hierzulande nur einmal täglich die Preise anheben) gleich an mehreren Standorten auch bei Super die Zwei-Euro-Marke überschritten. Bei Diesel waren vereinzelt gut 2,149 Euro zu bezahlen.
Richtig übel dran sind aktuell Heizöl-Abnehmer, die ausgerechnet jetzt Nachschub zukaufen müssen. Laut der Plattform HeizOel24 mussten am Montag in Österreich für 100 Liter bereits im Schnitt rund 166 Euro hingeblättert werden. Das entspricht einem Aufschlag von 50 Prozent verglichen mit 27. Februar. Am Tag vor Beginn des Iran-Krieges wurden 100 Liter im bundesweiten Mittel noch für 110,89 Euro gehandelt.
Nichts Gutes kommt, auch das ist fix, auf Erdgas-Kunden zu – sofern sich die Lage nicht doch noch entspannt. Binnen einer Woche hat sich nämlich aufgrund des Krieges im Nahen Osten der europäische Gaspreis verdoppelt. Europas Versorger stehen damit massiv unter Druck, da die EU-Vorräte über Winter geschrumpft und die Speicher nur noch zu knapp 30 Prozent gefüllt sind. Österreich kommt immerhin auf rund 36 Prozent.
Als würde das nicht reichen: In einer Analyse hat die UniCredit Bank Austria am Montag ihre Inflationsprognose für das heurige Jahr korrigiert – und zwar erheblich nach oben. Für heuer rechnen die Experten demnach mit einer Teuerungsrate von 2,5 Prozent – statt ursprünglich vorhergesagter 1,9 Prozent. Auch der Wert fürs kommende Jahr, also für 2027, wurde um 0,2 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent nach oben revidiert.
Beim Wachstum müssen wir laut den Bankern wohl ebenfalls Abstriche hinnehmen. Statt um 1,0 Prozent wird nunmehr für heuer von einem Wachstum von 0,9 Prozent ausgegangen. 2027 dürften es dann 1,4 statt noch im Februar vorhergesagter 1,5 Prozent werden.