Rund 30 verschiedene Öl- und Treibstofflager hat Israel am Samstag im Iran bombardiert. Die Bilder brennender Öltanks und kilometerhoher, schwarzer Rauchschwaden gingen um die Welt. Der Ölpreis erreicht mit fast 120 Dollar pro Fass den höchsten Stand seit mehreren Jahren.
Das bereitet US-Präsident Trump Sorgen, wie die Nachrichtenseite "Axios" online berichtet. Mit Verweis auf Quellen im US- und im israelischen Regierungsapparat berichtet das Medium von Meinungsverschiedenheiten über das Vorgehen im Iran.
Israel argumentiert seine Angriffe auf die Öl-Infrastruktur damit, dass damit die Kräfte des iranischen Regimes geschwächt würden. Die USA befürchten allerdings, dass damit die iranische Bevölkerung auf die Seite des Regimes gedrängt werden könnte. Man sei überrascht über das Ausmaß der israelischen Angriffe, so ein hochrangiger US-Beamter zu "Axios". Offizielle Stellungnahmen der Regierungen gibt es keine.
„Wir glauben nicht, dass das eine gute Idee war“Hochrangiger US-Beamter zu „Axios“
Schon jetzt gibt es kilometerlange Warteschlangen vor iranischen Tankstellen. In Teheran dürfen bei jedem Tankvorgang nur noch 10 Liter getankt werden. Und natürlich gilt die Sorge auch den steigenden Ölpreisen.
Das absurde daran: Durch die steigenden Ölpreise profitieren sowohl Russland, das damit seinen Krieg gegen die Ukraine finanziert, als auch die USA, die in den letzten Jahren zu einem der größten Erdölexporteure der Welt aufgestiegen sind. Allerdings: Mit den Ölpreisen steigen auch die Benzinpreise – und damit die Inflation. Das ist Gift für jede Wirtschaft.
Ein Angriff auf iranische Ölfelder gilt daher als unwahrscheinlich, würde in jedem Fall aber den Argwohn der USA nach sich ziehen. Schließlich ist Erdöl die Haupteinnahmequelle des Irans. Ein erfolgreicher Regimewechsel, sollte er zustandekommen, hätte kaum Aussicht auf Erfolg, wenn das Land nicht mehr auf die Einnahmen des Erdöl-Exports zurückgreifen könnte.