Nach einer weiteren Verschärfung der Maßnahmen gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah haben laut Angaben der Regierung 117 Iraner Beirut verlassen – darunter auch Diplomaten. Die Maschine mit den Iranern hob in der Nacht auf Sonntag in der Hauptstadt ab, wie aus libanesischen Regierungskreisen zu hören ist.
Die Regierung im Libanon hatte am Donnerstag jegliche Aktivitäten der iranischen Revolutionsgarden verboten und eine Visumspflicht für Iraner eingeführt, die ins Land kommen wollen. Damit will sie den Druck auf die Hisbollah weiter erhöhen.
Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs reist Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montag nach Zypern. Mit seinem Besuch will er die "Solidarität" Frankreichs mit dem EU-Partner zeigen, wie der Elysée-Palast am Sonntag mitgeteilt hat. Erst vor wenigen Tagen wurde der britische Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern von einer Drohne iranischer Bauart getroffen.
Nach dem Vorfall haben Frankreich, Großbritannien, Italien und Griechenland angekündigt, See- und Luftstreitkräfte zur Unterstützung des EU-Mitglieds Zypern zu schicken. Frankreich schickt eine Fregatte und Luftabwehr-Einheiten, der Flugzeugträger "Charles de Gaulle" und ein Hubschrauberträger sind bereits in die Region unterwegs.
Laut französischem Präsidialamt wird Macron in Paphos den zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides und den griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis treffen. Gemeinsam mit den europäischen Partnern soll die Sicherheit rund um Zypern und im östlichen Mittelmeer verstärkt werden, um zu einer "Deeskalation" der Lage in der Region beizutragen.
Die USA und Israel haben vor einer Woche massive Luftangriffe auf den Iran gestartet. Dabei wurden das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der Iran hat daraufhin mit Gegenangriffen auf Israel sowie auf US-Einrichtungen und andere Ziele in mehreren Golfstaaten reagiert.
Auch der Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah im Libanon ist im Zuge des Iran-Kriegs wieder eskaliert.