Karim El-Gawhary

"Angst vor totaler Instabilität"! Nahost-Warnung im ORF

Die ganze arabische Welt hoffe, dass der US-israelische Krieg gegen den Iran ende, "bevor es völlig außer Kontrolle gerät", warnt Karim El-Gawhary.
Newsdesk Heute
02.03.2026, 16:28
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Die israelische Armee hat im Zuge ihres Kriegs gegen den Iran nach eigenen Angaben auch den Geheimdienstchef der Hisbollah, Hussein Mukalled, Sonntagabend mit einem gezielten Angriff im Libanon "eliminiert". Die Terrormiliz antwortete ihrerseits mit Angriffen auf Israel. Israel hat daraufhin weitere libanesische Dörfer und Vororte der Hauptstadt Beirut bombardiert.

"Es ist genau das passiert, was die Libanesen befürchtet haben: Dass ihr Land in diesen Krieg hineingezogen wird", schildert Karim El-Gawhary die dramatischen Entwicklungen. "Für die Libanesen ist das der absolute Déjà-vu-Albtraum, den sie da erleben. Wieder werden sie von Israel aufgerufen, ihre Dörfer zu verlassen. Wieder fliehen sie aus Dörfern, deren Schäden vom letzten Krieg noch nicht repariert wurden."

Noch größer sei die Sorge aber vor der Möglichkeit einer inneren Destabilisierung des Landes. Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam hat öffentlich die militärischen Aktivitäten der Hisbollah für illegal erklärt. Damit ist die Terror-Miliz keine teilweise geduldete Widerstandsbewegung mehr, sondern eine im Libanon verbotene Organisation. Sie soll ihre Waffen sofort den libanesischen Behörden übergeben.

"Das heißt, wir marschieren auf eine direkte Konfrontation zwischen Anhängern und Gegner der Hisbollah im Libanon zu", warnt der renommierte Nahost-Korrespondent in der ZIB: "Für viele Libanesen, die sich noch an einen 15-jährigen Bürgerkrieg bis in die 1990er Jahre erinnern, ist das ein absolut beängstigendes Szenario."

"Bevor es völlig außer Kontrolle gerät"

Die "Angst vor totaler Instabilität", die der US-israelische Angriff auf den Iran ausgelöst hat, gehe aber nicht nur im Libanon um, sondern habe längst den gesamten arabischen Raum ergriffen.

"Dieses iranische Regime befindet sich im Überlebenskampf und die Strategie – da sie es mit der israelisch-amerikanischen Militärmaschinerie nicht aufnehmen können – ist, die Schmerzgrenze in der ganzen Region nach oben zu treiben", mahnt El-Gawhary. Das Mullah-Regime setzte offenbar darauf, dass die anderen Staaten Druck auf Netanjahu und Trump machen, um diesen Krieg schnell zu beenden.

Damit trifft es einen Nerv, wie der Nahost-Experte ausführt: "Für die arabische Welt ist die größte Sorge nicht, sich auf irgendeine Seite zu schlagen, sondern sie hoffen, dass das möglichst bald vorbei ist, bevor es völlig außer Kontrolle gerät."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 02.03.2026, 16:43, 02.03.2026, 16:28
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