Der Schock war groß, als am Samstag vor einer Woche hunderte Drohnen und dutzende Raketen auf die wohlhabenden Wüsten-Emirate Dubai und Abu Dhabi niederprasselten. Über tausend Drohnen und 196 Raketen fingen die Vereinigten Arabischen Emirate (V.A.E.) seit Kriegsbeginn aus dem Iran ab. Mehrere Menschen kamen bei Bränden oder herabstürzende Trümmerteile bereits ums Leben.
Die Folge: Der größte Flughafen der Welt in Dubai stand für Tage still, hunderttausende Reisende waren und sind zum Teil noch immer gestrandet. Der wirtschaftliche und Image-Schäden für den "sicheren Hafen" am arabischen Golf ist enorm. Auch an diesem Sonntag meldeten die Emirate den neuerlichen Beschuss mit 117 Drohnen und 17 Raketen aus dem Iran – die bis auf vier Drohnen und eine Rakete allesamt abgefangen worden seien.
Das Kalkül des Irans hinter den Angriffen auf die Golfstaaten und Emirate war wohl, dass diese Druck auf die USA und Israel ausüben würden, um den Krieg zu beenden. Nun droht das Gegenteil. Da die Bemühungen der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), sich aus dem Krieg rauszuhalten, ergebnislos blieben, scheint Herrscher Mohammed bin Zayed nun die Konsequenzen zu ziehen.
Sein Land befinde sich "im Krieg", sagte bin Zayed am Samstag in einer von der Emirates News Agency ausgestrahlten Rede. "Wir befinden uns in einer Kriegszeit, und ich verspreche ihnen, dass wir unsere Pflicht erfüllen werden. Diese Situation wurde uns aufgezwungen, und wir handeln, um uns selbst, unsere Familien und unser Land zu schützen", so Zayed beim Besuch von Verletzten in einem Krankenhaus.
Er versicherte, dass die Emirate gestärkt aus dem Krieg hervorgehen würden: "Die VAE sind attraktiv, schön und ein Vorbild, aber lasst euch nicht täuschen. Die VAE haben ein dickes Fell und sind zäh – wir lassen uns nicht verschlingen", so Zayed.
Auf die Worte sollen am Sonntag erstmals Taten gefolgt sein. Laut Bericht der "Jerusalem Post" soll die Luftwaffe der Emirate am Sonntag ein Ziel im Iran angegriffen haben. Laut ersten Meldungen sei dabei eine Meerwasser-Entsalzungsanlage getroffen worden.
Diese Darstellung wurde jedoch kurz darauf von den Emiraten bestritten. Man "würde" bei einem "Kriegseintritt" keine zivilen Ziele sondern militärische Ziele angreifen, berichtigte die "Jerusalem Post" ihre erste Meldung mit Verweis auf Quellen in den Emiraten. Für einen bereits erfolgten Angriff gibt es aus den Emiraten keine Bestätigung.
Tatsächlich bestätigt ist jedoch der iranische Treffer auf eine Meerwasser-Entsalzungsanlage in Bahrain, einem weiteren Staat in der Region, Sonntagfrüh.
Ob und was nun tatsächlich getroffen wurde, bleibt vorerst unklar. Laut israelischen Beamten soll der Luftschlag eine Art Warnung gewesen sein. Sollte der Iran weiterhin die Emirate angreifen, würden weitere Luftangriffe folgen, berichtet Ynetnews.