Der Iran kann nach Angaben der Revolutionsgarden noch mindestens sechs Monate lang einen "intensiven" Krieg gegen die USA und Israel führen. "Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran sind in der Lage, einen intensiven Krieg mit dem derzeitigen Tempo mindestens sechs Monate lang fortzusetzen", erklärte Revolutionsgarden-Sprecher Ali Mohammad Naini laut Berichten der Nachrichtenagentur Fars am Sonntag.
Die Revolutionsgarden gaben zudem an, bereits "mehr als 200" Standorte angegriffen zu haben, die im Zusammenhang mit Stützpunkten und Einrichtungen der USA und Israels stehen.
Für die Weltwirtschaft – Stichwort: Ölpreise – wäre das eine Katastrophe. Der Iran weiß das und setzt ganz bewusst auf diese Karte. Mit der de-facto-Sperre der Straße von Hormuz für Öltanker übt das Land Druck auf den Rest der Welt aus, sich für ein rasches Ende des Krieges (und somit das Überleben des iranisches Regimes) einzusetzen.
Mit der Behauptung, noch sechs Monate "intensiven" Widerstand leisten zu können, widerspricht das Mullah-Regime den Darstellungen Israels und der USA, den Krieg in vier bis sechs Wochen zu einem Ende zu bringen. Wie ein stabiler Regimewechsel ohne den Einsatz von Bodentruppen aussehen könnte, bleibt jedoch fraglich. Daher ist bei Beobachtern die Sorge groß, dass der Krieg sich in die Länge ziehen könnte.
Die USA und Israel hatten am Samstag vor einer Woche eine massive Welle von Luftangriffen gegen die Islamische Republik gestartet und dabei unter anderem den obersten Führer des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, sowie weitere wichtige Vertreter der iranischen Führung getötet. Als Reaktion greift der Iran seitdem Israel, mehrere Golfstaaten und US-Militäreinrichtungen in der Golfregion an.