Die angespannte Lage im Nahen Osten könnte Österreich schon bald eine neue Preisexplosion bescheren, schlägt das Logistikunternehmen Müller Transporte Alarm: Steigende Rohöl- und Treibstoffpreise würden bereits jetzt Transporte verteuern – mit direkten Folgen für Lebensmittel, Alltagsprodukte und viele weitere Bereiche.
"Alle Transporte sind durch die sprunghaft gestiegenen Rohöl- und Treibstoffpreise deutlich teurer geworden", warnt Geschäftsführer Fritz Müller. Diese Kosten würden entlang der gesamten Wertschöpfungskette weitergegeben – von der Industrie über den Handel bis hin zu landwirtschaftlichen Betrieben und letztlich zu den Konsumenten.
Experten rechnen angesichts der geopolitischen Lage mit weiter steigenden Energiepreisen. Auch Fiskalratspräsident Christoph Badelt erwartet laut Branche zusätzliche Preissprünge bei Rohöl und Treibstoff. Für Österreich hätte das weitreichende Folgen: Höhere Spritpreise treffen nicht nur Pendler und Transportunternehmen, sondern treiben auch Produktions- und Transportkosten quer durch die Wirtschaft nach oben.
Besonders deutlich spürbar wäre das bei Lebensmitteln. Gemüse etwa muss täglich frisch vom Feld in den Handel transportiert werden. "Steigende Treibstoffpreise wirken sich daher unmittelbar auf die Lebensmittelpreise für Endverbraucher aus", erklärt Josef Peck von der Gemüse-Erzeugergenossenschaft LGV Sonnengemüse. Die Organisation vereint 133 heimische Gemüsebauern, die jährlich rund 40.000 Tonnen Gemüse produzieren.
Die Branche fordert daher rasche politische Maßnahmen. Konkret verlangt Müller eine sofortige Aussetzung der Mineralölsteuer, um die drohende Teuerungswelle abzufedern. Der Staat profitiere aktuell sogar von steigenden Preisen, weil damit auch die Einnahmen aus der Steuer steigen würden. "Während Bevölkerung und Wirtschaft unter den Auswirkungen leiden, kassiert der Staat zusätzliche Einnahmen – und heizt damit die Inflation weiter an", so Müller.
Die Folgen könnten laut Transportbranche rasch spürbar werden. Treibstoff sei für Logistikunternehmen kein optionaler Kostenfaktor, sondern systemrelevant für die Versorgung. Ohne Gegenmaßnahmen drohen daher bereits in den kommenden Wochen höhere Preise für Lebensmittel, Konsumgüter und viele weitere Produkte des täglichen Bedarfs.
Müller Transporte beschäftigt 700 Mitarbeiter und betreibt sechs Standorte in Österreich und den Nachbarländern. Das Unternehmen transportiert vor allem Lebensmittel, Obst, Gemüse und Pharmaprodukte – also genau jene Güter, deren Preise bei steigenden Transportkosten besonders schnell anziehen.