Der Alpenländische Kreditorenverband und der KSV1870 melden, dass am Montag beim Landesgericht Innsbruck ein Konkursverfahren gegen die Nothegger Transport Logistik GmbH eröffnet wurde. Rund 300 Mitarbeiter sind davon betroffen.
Die Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) hatte den entsprechenden Antrag gestellt, nachdem das Unternehmen aus St. Ulrich am Pillersee, Bezirk Kitzbühel, Rückstände in Millionenhöhe angehäuft hatte. Zuletzt stand der seit 1992 gegründete Logistiker mit 15 internationalen Niederlassungen alleine bei der ÖGK rund 3,18 Millionen Euro in der Kreide.
Weitere Hauptverbindlichkeiten bestehen laut AKV gegenüber Banken (rund 9,25 Mio.) und gegenüber der Finanz (rund 1,8 Mio.) – in Summe somit mehr als 14 Millionen Euro alleine bei den Hauptgläubigern, hinzu kommen Lieferantenverbindlichkeiten: "Wir gehen daher von Passiva im Bereich von +/- EUR 15 Mio. aus."
Dem gegenüber stehen Aktiva in Form eines sehr umfangreichen Fuhrparks (über 700 Fahrzeuge, Buchwert 9,7 Mio.), die Betriebsliegenschaft in St. Ulrich am Pillersee mit geschätztem Gesamtsachwert von knapp 2 Millionen Euro und Beteiligungen an verbundenen Unternehmen (z.B. der Nothegger Immobilien GmbH und ausländischen Firmen) sowie stille Beteiligungen und Wertpapiere.
Neben den Fahrzeugen im Eigentum gibt es laut AKV auch noch über Leasing/Ratenkauf fremdfinanzierte Fahrzeuge mit im Wert von rund 7,4 Millionen Euro.
Laut Geschäftsführer war im Vorfeld der Insolvenzeröffnung der Einstieg eines Investors geplant. Offensichtlich sei die Insolvenzschuldnerin jedoch nicht in der Lage gewesen, rechtzeitig "frisches" Geld zu organisieren, so der KSV1870 zu den Hintergründen. Nach Informationen aus dem Verfahren war ebenso angedacht, eine Liegenschaft kurzfristig zu verkaufen. Dieses Rechtsgeschäft konnte ebenfalls nicht rechtzeitig finalisiert werden.
"Das Landesgericht Innsbruck kam sohin zum Schluss, dass die Insolvenzvoraussetzungen bei der Nothegger Transport Logistik Gmbh vorliegen und es wurde das Konkursverfahren nunmehr eröffnet", heißt es beim KSV1870. Der AKV merkt knapp an: "Die Bemühungen der Schuldnerin, die Zahlungsunfähigkeit noch abzuwenden, sind schlussendlich gescheitert."
Über die Gründe der Insolvenz lägen derzeit noch keine geprüften Informationen vor, heißt es weiter. Dem KSV1870 ist bekannt, dass das Unternehmen während der Corona-Pandemie die Möglichkeit der Stundung von öffentlich-rechtlichen Abgaben (Steuern und Sozialversicherungsbeiträge) "großzügig in Anspruch genommen hat". Diese hätten nun zurückgezahlt werden müssen, was die finanzielle Lage noch einmal verschärft habe.
"Offensichtlich war die Insolvenzschuldnerin – nach Überwinden der Corona-Pandemie – nicht in der Lage, für die Rückzahlung dieser gestundeten Beträge entsprechende Vorsorge zu treffen. Zusätzlich habe es eine Prüfung der Österreichischen Gesundheitskasse gegeben, die eine Nachforderung an Sozialversicherungsbeträgen in Millionenhöhe ergab."