Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat die Energie-Märkte weltweit erschüttert. Weil wichtige Transportwege für Öl und Gas gestört sind, schießen die Preise nach oben. Besonders kritisch ist die Straße von Hormus. Durch diese Meerenge werden rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Gasbedarfs transportiert. Wenn dort weniger Energie durchkommt, reagieren die Märkte sofort.
Die Folgen sind auch hierzulande bereits sichtbar. Vor allem beim Tanken greifen die Preisanstiege schnell. Diesel kostete in Österreich im Durchschnitt der ersten beiden Monate des Jahres 1,51 Euro pro Liter, Superbenzin 1,48 Euro. Mittlerweile liegen die Preise bei rund 2,00 Euro für Diesel und etwa 1,80 Euro für Super. An zahlreichen Tankstellen in Österreich musste man Montagnachmittag sogar teils klar über zwei Euro je Liter hinblättern.
„Die Eskalation im Nahen Osten nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran und nach der De-facto-Sperre der Straße von Hormus sowie den Gegenschlägen des Irans auf die Energieinfrastruktur in der Region haben einen deutlichen Anstieg der Gas- und Rohölpreise auf den Weltmärkten ausgelöst", analysiert UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer.
Während die Preise für Haushaltsenergie erst mit Verzögerung auf den Gaspreisanstieg (der hat sich seit Beginn der Krise gut verdoppelt!) reagieren werden, hätten die Preise für Treibstoffe an den Tankstellen unmittelbar angezogen. Dadurch werde auch die Inflation ab März wieder ansteigen, analysiert UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer.
Für viele Haushalte bedeutet das konkret: Sie müssen mehr Geld ausgeben. Laut Berechnungen wird ein typischer Haushalt mit Dieselauto heuer 80 Euro mehr für Treibstoff zahlen als 2025. Wer ein Benzinauto fährt, muss im Schnitt mit 30 Euro mehr rechnen.
Besonders stark könnte es laut Bank-Austria-Analyse Haushalte in Bundesländern treffen, in denen Menschen häufiger mit dem Auto unterwegs sind. Dazu zählen etwa Niederösterreich, Kärnten, die Steiermark, Vorarlberg und das Burgenland. Für diese Regionen geht die Prognose mit überdurchschnittlichen finanziellen Zusatzbelastungen aus.
Der Preisschub bei Energie hat aber noch eine größere Wirkung: Er treibt auch die gesamte Teuerung wieder nach oben. Anfang des Jahres war die Inflation in Österreich noch auf 2,0 Prozent gesunken. Nun rechnen Experten für 2026 mit durchschnittlich 2,5 Prozent Inflation – statt ursprünglich vorhergesagten 1,9 Prozent. Auch 2027 könnte die Teuerung mit 2,2 Prozent höher ausfallen als bisher angenommen, 0,2 Prozentpunkte mehr als bisher erwartet.
Wie lange die Preiswelle anhält, hängt stark davon ab, wie sich der Konflikt entwickelt. "Wir gehen davon aus, dass die militärischen Operationen gegen den Iran einige Wochen andauern werden und damit zeitlich in einem überschaubaren Rahmen bleiben. Die politischen Unsicherheiten und die Störung der Transportwege von fossiler Energie sollten danach spürbar nachlassen. Der Preis für Öl und Gas auf den Weltmärkten dürfte von den aktuellen Höchstständen dann schrittweise zurückgehen", sagt Stefan Bruckbauer.
Allerdings: "Auch im günstigen Fall einer 'nur' mehrwöchigen Auseinandersetzung ohne weitere Eskalation ist dennoch mit Preisverwerfungen bis weit in das Jahr 2026 zu rechnen."