Die Lage im Nahen Osten eskaliert weiter - und Österreich bekommt die Folgen direkt zu spüren. An den Tankstellen sind die Preise bereits um mehr als zehn Cent pro Liter gestiegen. Grund ist unter anderem die Sperre der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Transportrouten für Öl und Flüssiggas weltweit. Rund ein Fünftel des globalen Rohöls wird dort normalerweise verschifft.
Energie-Experten schlagen Alarm. Sollte es zu einer längerfristigen Unterbrechung der Lieferketten kommen, könnten die Ölpreise um 20 bis 30 Prozent steigen. Das würde sich rasch bei Diesel, Benzin und in weiterer Folge auch bei vielen Alltagsprodukten bemerkbar machen.
Auch der Gaspreis zieht kräftig an - um mehr als 20 Prozent. Die Industriellenvereinigung sieht die Entwicklung mit großer Sorge. Die Industriellenvereinigung hat jetzt auf "Heute"-Anfrage die aktuelle Lage eingeschätzt: "Internationale Energie- und Lieferketten sind sehr verletzlich", bestätigt auch Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch.
Das zeige sich in Krisen wie diesen mehr als deutlich. "Die temporäre Sperre der Straße von Hormus (eine der zentralen Handelsrouten für Öl und Flüssiggas; Anm.) verschärft die Unsicherheit auf den globalen Energiemärkten", erklärt der IV-Experte. "Für Österreichs Industrie bedeutet diese Entwicklung kurzfristig steigende Energie- und Transportkosten."
Weitaus länger dürfte es dauern, bis erste Auswirkungen in der oberösterreichischen Industrie aufschlagen. Vor allem der Anstieg des Preises für Erdgas von mehr als 20 Prozent bereitet der Industriellenvereinigung Sorgenfalten. Thomas Bründl, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich sagte im ORF: "Gaspreis rauf heißt Produktionskosten rauf und die Inflation wird steigen."
WIFO-Experte Josef Baumgartner geht davon aus, dass Haushalte die Teuerung zunächst bei Energiepreisen und Treibstoffen spüren werden. Gaspreise steigen oft zeitverzögert, da viele Haushalte noch an laufende Verträge gebunden sind. Sobald jedoch neue Verträge abgeschlossen werden müssen, drohen auch hier höhere Kosten. Steigende Transportpreise könnten zudem Lebensmittel und andere Produkte verteuern.