Die Spritpreise explodieren – jetzt schlagen auch Wiens Transporteure Alarm. Trotz der angekündigten Spritpreisbremse sehen viele Betriebe ihre Existenz bedroht. Die Forderung an die Politik: Sofort mehr Entlastung, sonst droht der Kollaps einer ganzen Branche.
Zwar soll der Dieselpreis um 10 Cent pro Liter gedrückt werden – doch das reicht laut Branchenvertretern bei weitem nicht. Die Kosten sind in den letzten Monaten massiv gestiegen, viele Unternehmen kämpfen ums Überleben.
"Wenn ich mir als Referenzwert die Diesel-Einkaufspreise zu Jahresbeginn ansehe – rund 1,16 Euro netto – und diese mit den aktuellen Preisen von 1,70 Euro vergleiche, ergibt sich eine Preissteigerung von mehr als 46 Prozent", rechnet Wolfgang Böhm, Obmann der Wiener Transporteure vor. "Und ich befürchte, dass die Entwicklung weiter nach oben geht. Das ist allein deshalb dramatisch, weil Diesel je nach Einsatzgebiet bis zu 30 Prozent der Gesamtkosten in der Transportbranche ausmacht."
Die drastischen Preisanstiege treffen nicht nur die Transporteure selbst – sie könnten bald auch bei Konsumenten ankommen. Denn wenn Lieferketten teurer werden, steigen am Ende auch die Preise im Supermarkt.
Die Branche sieht daher dringenden Handlungsbedarf und warnt vor schweren Folgen für den Arbeitsmarkt. "Wenn Unternehmen aufgrund der stark gestiegenen Treibstoffkosten nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können und zusperren müssen, dann muss der Staat sich später um mehr Arbeitslose kümmern", so Böhm.
Neben der Senkung der Mineralölsteuer fordern die Transporteure auch eine Aussetzung der CO₂-Bepreisung und steuerliche Vorteile für gewerblichen Treibstoff. Nur so könne die Versorgung langfristig gesichert werden.
"Unsere Fahrzeuge sichern täglich die Versorgung Wiens und ganz Österreichs mit Gütern aller Art – von Lebensmitteln über Baumaterialien bis hin zu medizinischen Produkten. Eine funktionierende Transportwirtschaft ist keine Selbstverständlichkeit, sondern Grundvoraussetzung für eine stabile Wirtschaft und leistbares Leben", so Böhm.