In der Wiener Innenstadt ist ein großes Bauprojekt ins Wanken geraten. Über die Firmen hagenauer Austria GmbH & Co KG und hagenauer Austria GmbH wurden am Handelsgericht Wien gleich zwei Konkursverfahren eröffnet.
"Über das Vermögen der Firmen hagenauer Austria GmbH & Co KG und hagenauer Austria GmbH sind heute am Handelsgericht Wien zwei Konkursverfahren eröffnet worden", berichtet Iris Scharitzer vom Österreichischen Verband Creditreform am Dienstag.
Die betroffene Projektgesellschaft wurde erst 2021 gegründet und war als Totalunternehmerin für das Bauvorhaben "Hotel Riemergasse RG7" zuständig – besser bekannt als "Mandarin Oriental Wien". Die zweite Firma ist eine reine Arbeitsgesellschaft ohne eigenes Vermögen und hängt wirtschaftlich komplett an der Projektgesellschaft.
Die Gründe für die Pleite sind heftig: Seit Jänner 2026 soll die Auftraggeberin Zahlungen verweigert haben. Dazu kommen ein massiver Liquiditätsengpass, der Wegfall der Finanzierung durch die Muttergesellschaft und erhebliche Probleme bei der Leistungserbringung.
Von der Insolvenz sind sechs Mitarbeiter und rund 80 Gläubiger betroffen. Die Zahlen zeigen ein gemischtes Bild: Aktiva von rund 21,3 Millionen Euro stehen Passiva von etwa 18,9 Millionen Euro gegenüber. Eine rechnerische Überschuldung liegt damit nicht vor - das Problem ist die fehlende Liquidität.
Bei der zweiten Gesellschaft sieht es noch düsterer aus: Hier gibt es lediglich ein Bankguthaben von rund 75.000 Euro, Mitarbeiter sind keine beschäftigt.
Eine Fortführung der Unternehmen ist derzeit nicht geplant. Als Masseverwalter wurden Dr. Stephan Riel und Mag. Clemens Richter bestellt. Gläubiger können ihre Forderungen noch bis zum 28. Mai 2026 anmelden. Die erste Gläubigerversammlung ist für den 11. Juni angesetzt.