Burschenschaft Germania: Halbherzige Distanzierung

FPÖ-Spitzenkandidat in Niederösterreich und Vize-Obmann der pennalen Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt, Udo Landbauer.
FPÖ-Spitzenkandidat in Niederösterreich und Vize-Obmann der pennalen Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt, Udo Landbauer.Bild: picturedesk.com/APA
Nach dem erneuten Skandal rund um Udo Landbauer und seine Burschenschaft distanzierte sich jetzt die Germania selbst von den Falter-Vorwürfen.

"Die pennale Burschenschaft Germania distanziert sich von jeder Verherrlichung der Verbrechen der NS-Diktatur", so heißt es in der offiziellen Pressemitteilung der Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt, deren langjähriges Mitglied der FP-Spitzenkandidat zur niederösterreichischen Landtagswahl Udo Landbauer ist. "Wir lehnen als Mittelschülerverbindung jede Diskriminierung von Religionen zutiefst ab sowie jegliche Art von Antisemitismus. Wir distanzieren uns von den im Falter zitierten Texten. Das besagte Liederbuch wurde vor 21 Jahren gedruckt", heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Interne Untersuchung geplant



Warum derart menschenverachtende Liedertexte überhaupt abgedruckt wurden beziehungsweise nicht restlos entfernt wurden wollte/konnte die Germania in ihrem Statement nicht näher erläutern, eine für Donnerstag angesetzte Versammlung soll Licht in die Causa bringen. Wie ernst es den in die Kritik geratenen Burschenschafter mit dieser selbstgewählten Aufklärungsarbeit ist, wird sich in den kommenden Tagen erweisen.

"Es fehlte an Geld"

Der stellvertretende Obmann der Mittelschülerverbindung, Phillip Wenninger, erklärte gegenüber der APA, dass eine Neuauflage in den letzten 20(!) Jahren an den finanziellen Rahmenbedingungen gescheitert sei, schließlich hätte man eine ledergebundene erstellen lassen wollen. Die Germania zu Wiener Neustadt hat aber, nach Angaben von Wenninger, lediglich rund 70 Mitglieder. Das tatsächlich in einem Zeitraum von über 20 Jahren nie die finanziellen Mittel für 70 neue Lederbücher, auch wenn sie denn ledergebunden sein sollten, nie verfügbar gewesen sein sollte darf jedoch zumindest bezweifelt werden. (Red)

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