Politik

Buwog 127: Meischberger und KHG in Erklärungsnot

Am 127. Verhandlungstag waren wieder einmal Aussagen der Hauptangeklagten an der Reihe.

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Karl-Heinz Grasser.
Karl-Heinz Grasser.
(Bild: picturedesk.com)

Es ist mittlerweile bekannt, dass Karl-Heinz Grasser und Walter Meischberger im Buwog-Prozess regelmäßig ihr Recht als Angeklagte nutzen, sich zu den bisherigen Zeugen-Aussagen zu äußern. Am Mittwoch, dem 127. Verhandlungstag, war es wieder einmal so weit.

Grasser kommt ins Schlingern

Jedoch ist nicht nur ein Monolog erlaubt, Richterin Marion Hohenecker darf auch nachfragen. Das war den beiden diesmal nicht so angenehm. Grasser identifizierte in seiner Rede mehrere Fehler, die verschiedene Bankberater gemacht hätten. Die dürfe man ihm nicht anlasten.

Auch der Belastungszeuge Willi Berner bekam sein Fett weg, laut Grasser habe er gelogen. Das Motiv für Berners Falschaussage sei Rache und politische Feindschaft. Berner stehe ja der SPÖ nahe.

Was bisher im Buwog-Prozess geschah

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Hochegger korrigiert Geständnis

Noch eine bemerkenswerte Entwicklung im Prozess lieferte der ebenfalls angeklagte Peter Hochegger. Er hat ein Geständnis abgelegt, das besagt, dass ein Bankberater aus Liechtenstein ihm damals verraten habe, dass die Buwog-Provision auch an Grasser geht.

Dies versuchten Grasser und Meischberger in der Folge zu widerlegen. Zu dem Zeitpunkt, an dem Hochegger die drei Konto-Nummern erfahren haben will, seien die Konten nämlich noch gar nicht gegründet gewesen. Hochegger korrigierte am heutigen Donnerstag: Die Zahlen, die ihm der Bankberater aufgeschrieben hat, seien wohl keine Konto-Nummern, sondern die Zahlen der Provisionsaufteilung gewesen.

Villa auf Pump

In seinen Ausführungen versuchte Meischberger einmal mehr darzulegen, warum das Konto "Karin" seines war und nicht - wie es nach außen hin scheinen mag - das von Ernst Karl Plech. Nach zweieinhalb Stunden Monolog hatte sich Meischberger nämlich erst recht in Ungereimtheiten hineingeredet.

Eine betraf das angeblich von Plech und Meischberger gemeinsam besessene Boot in Ibiza. Hier konnte sich Meischberger nicht mehr an eine Zahlung von 50.000 Euro erinnern.

Auch bei der Villa in Döbling war ihr nicht klar: Wenn Meischberger doch so viel Wert darauf legte, dass niemand sein Einkommen erfährt - wieso baut er sich dann ein Millionen teures Haus in Döbling? Das habe er ja absichtlich mit einem Kredit finanziert, meinte Meischberger. Niemand - bis auf die Richterin jetzt - habe da nachgefragt.