Café verbietet Kindern unter 10 Jahren den Zutritt

Im Café sind alle ab 10 Jahren willkommen, im Außenbereich nach wie vor alle Altersgruppen.(Symbolbild).
Im Café sind alle ab 10 Jahren willkommen, im Außenbereich nach wie vor alle Altersgruppen.(Symbolbild).Getty Images
Kinder unter zehn Jahren dürfen nicht mehr in den Innenbereich eines Cafés in Ostfriesland. Der Grund: Eltern hätten ihren Nachwuchs nicht im Griff.

In einem Café in der ostfriesischen Kleinstadt Esens dürfen seit einigen Tagen keine Kinder unter zehn Jahren mehr in den Innenbereich gehen. Grund dafür seien aber nicht die Kinder selbst, sondern Eltern, die sich nicht um sie kümmern, sagt Inhaber der "Kaffeebeere", Martin Helwig, zur Deutschen Presse-Agentur: "Einige Eltern überlassen die Kinder sich selbst, das geht in der Gastronomie einfach nicht."

Seit Ende Juli sollen Familien mit kleineren Kindern den Innenraum des Cafés meiden. Das stehe zwar auf keinem Schild, die Gäste würden aber "sehr, sehr nett" darum gebeten, so Helwig. Erst ab 10 Jahren sei man im Café-Inneren willkommen, im Außenbereich aber nach wie vor Gäste aller Altersgruppen.

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Die Entscheidung zu diesem drastischen Schritt habe Helwig nach einem Vorfall getroffen. Ein Kind sprang seinem Vater immer wieder von der Treppe in den Nacken und der Vater sagte, es sei doch nichts passiert, schildert der Gastronom dem NDR. Daraufhin schloss er das Café noch im laufenden Betrieb.

Die Reaktionen

Viele verstehen die Aktion des Cafétiers, andere verurteilen ihn: "Starke und überlegte Maßnahme. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass ein paar wenige, nicht erzogene Kinder totale Unruhe in den Betrieb bringen.", lautet etwa ein Kommentar einer Facebook-Followerin. "Ich finde es grundsätzlich eine traurige Entwicklung, dass erwachsene Menschen, die wohlbemerkt eben selbst mal Kinder waren, nicht an aktiven Kindern erfreuen können", ein anderer.

"Sehr mutige Entscheidung, die ich komplett begrüße. An solch einen Punkt muss man als Gastronom auch erstmal gebracht werden. Ein Café ist halt kein Abenteuerspielplatz".

"Ich finde die Entscheidung super. Das sollten auch Restaurants und Supermärkte einführen. Es wird immer schlimmer mit diesen Eltern die sich nicht um ihre Kinder scheren!"

"Unglaublich. Jegliche Art von Ausgrenzung geht gar nicht. In einer Stadt, die u. a vom Familientourismus lebt. Viele vergessen, das sie selbst mal Kinder waren. Hoffe es geht keiner mehr dahin und Sie sehen, was sie davon haben!"

"Ermahnung und Kommunikation mit den betroffenen Eltern halte ich für sinnvoller, als kollektiv Familien von der Innengastronomie auszuschließen."

"Vollkommen verständlich, dass Sie so reagieren. Ich würde es genauso machen."

"Ich finde diesen Wandel sehr schade und traurig. Auch wenn eine Geschichte immer 2 Seiten hat, ist die Reaktion sehr bedenklich."

"Warum werden alle über einen Kamm geschoren? Warum spricht man dann nicht explizit DIE Gäste an und verweist sie dem Geschäfts, die sich nicht benehmen können? Es gibt in jeder Altersgruppe Menschen, die sich daneben benehmen."

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