Wirt zu neuen Regeln: "Wie soll ich das kontrollieren?"

Gastronom David Figar.
Gastronom David Figar.Jeff Mangione / KURIER / picturedesk.com
Ab 1. August dürfen Corona-Infizierte wieder ins Lokal – mit Maske und ohne Konsumation. "Heute" sprach mit einem Wiener Gastronom darüber.

Mit 1. August soll in Österreich die neue Corona-Verordnung in Kraft treten. Diese sieht statt Isolation eine Verkehrsbeschränkung für Infizierte vor, die zugegebenermaßen in manchen Bereichen kurios erscheint. So dürfen positiv Getestete ins Lokal, haben dort aber Ess- und Trinkverbot, weil sie die Maske nicht abnehmen dürfen. Das heißt, im Lokal sitzen und plaudern geht, dort etwas konsumieren ist ausdrücklich nicht gestattet.

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"Wie soll ich das kontrollieren?"

Wie das in der Praxis durchführbar sein soll, fragt sich Gastronom David Figar, der in Wien das "Figar" und das neu übernommene "Cafe Bellaria" führt. Die Regelung stößt bei ihm auf Unverständnis. "Wie soll ich das kontrollieren? Wie soll das Personal überprüfen, wer von den Gästen jetzt infiziert ist und wer nicht? Ich bezweifle, dass sich jeder Betroffene durch die Maske zu erkennen geben wird", so Figar. Als einzige kontrollierbare Möglichkeit sieht er die Rückkehr zu tagesaktuellen Tests. "Anders ist es nicht umsetzbar". Die neuen Regeln ließen viele Fragen offen und seien "nicht zu Ende gedacht".

Infizierte mögen vom Lokalbesuch absehen

Schließlich müsse er auch auf die Sicherheit seines Personals achten. Die komplette Belegschaft sei geimpft und man lege höchsten Wert auf Hygiene. Maske tragen die Angestellten jedoch nicht. Als mögliche Option sieht Figar das Anbringen einer schriftlichen Aufforderung am Eingang, die positiv Getestete vom Besuch des Lokals absehen lassen möge. Da er als Lokalbetreiber das Hausrecht hat, steht ihm dieses Mittel zur Verfügung.

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Optimistisch in den Herbst

Dass die neue Regelung bei den Gästen die Angst schüren könnte und deshalb künftig weniger Lokalbesucher kommen könnten, sieht der Gastronom nicht. Er geht trotz allem optimistisch in den Herbst. "Die Gäste sind Covid-müde und nicht mehr so vorsichtig wie noch letztes Jahr oder vor zwei Jahren", erzählt er aus der täglichen Praxis. Personalmäßig sei er in den Betrieben gut aufgestellt. Angesichts des großen Personalmangels in der Gastronomie, schätzt er sich deshalb glücklich.

figar
Kirchengasse 18, 1070 Wien
www.figar.net

Cafe Bellaria
Bellariastraße 6, 1010 Wien
www.cafebellaria.at

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