Capital Bra (31) sorgte vor rund zwei Monaten für einen Schockmoment: In einem Livestream wirkte der Berliner Rapper völlig neben sich, nuschelte und war kaum ansprechbar. Kurz darauf brachte ihn ein Rettungswagen ins Spital. Der Grund: eine gefährliche Mischung aus Xanax, Tilidin und Kokain.
Jetzt spricht der 31-Jährige in einem Portrait von "Spiegel" erstmals ausführlich über die Nacht, seine Sucht und seinen Kampf, clean zu werden.
"Diese Kälte war einfach nicht normal", in dem Moment habe er gedacht, er müsse sterben, so beschreibt er die Geschehnisse. Sein ganzer Körper habe gezittert. Im Krankenhaus lautete die Diagnose schließlich Kokainpsychose, ausgelöst durch eine deutliche Überdosis Kokain an jenem Abend.
Doch das Kokain sei laut Capi nicht sein Problem, denn das könne er im Grunde jederzeit lassen. Anders sieht es beim Schmerzmittel Tilidin aus, von dem er seit rund zwei Jahrzehnten abhängig ist.
Seinen ersten Kontakt mit Drogen hatte der Musiker bereits mit elf Jahren als er in ein Jugendheim kam. Tilidin sei damals schlicht die billigste verfügbare Droge gewesen, erzählt er, aus dem gelegentlichen Konsum sei mit der Zeit eine Abhängigkeit geworden.
Heute bekommt der Rapper das Mittel eigenen Angaben zufolge sogar auf Rezept, kombiniert mit dem Wirkstoff Naloxon, der eine berauschende Wirkung abschwächt. Ohne diese Kombination plagen ihn nach eigener Schilderung starke Schmerzen und Panikattacken. Auf Gras oder Kokain könne er verzichten, auf Tilidin und Naloxon aber nicht.
Ganz ohne die Mittel auszukommen, hat Capital Bra bereits mehrfach versucht. Nach eigenen Angaben hat er sicher schon zehn bis zwanzig Entzüge hinter sich, darunter ein ganzes Jahr in Dubai, das er als äußerst schmerzhaft beschreibt. Am Ende wurde er trotzdem wieder rückfällig.
Der Rapper ist mit seiner Frau Charlyn (29) Vater von fünf Kindern: Elyas (11), Ilja (9), Alyssa (5), Aaliyah (3) und Aliyna (3 Monate). Genau für sie will er es diesmal schaffen. Nicht mehr in der Psychiatrie zu landen und für seine Kinder da sein zu können, das sei jetzt sein größtes Ziel.