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Causa Snowden: Obamas Russland-Visite wackelt

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:52

Die ohnehin belasteten Beziehungen zwischen den USA und Russland verschlechtern sich wegen des flüchtigen US-Geheimdienstexperten Edward Snowden offenbar rapide. US-Präsident Barack Obama drohe deswegen mit der Absage des lang erwarteten Gipfeltreffens mit Kremlchef Wladimir Putin in Russland Anfang September, berichtete die Moskauer Zeitung "Kommersant" am Montag.

Die ohnehin belasteten Beziehungen zwischen den USA und Russland verschlechtern sich wegen des offenbar rapide. US-Präsident Barack Obama drohe deswegen mit der Absage des lang erwarteten Gipfeltreffens mit Kremlchef Wladimir Putin in Russland Anfang September, berichtete die Moskauer Zeitung "Kommersant" am Montag.

Falls sich der von den USA gejagte Snowden dann noch immer im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo aufhielte, würde Obama auch nicht zum anschließenden G20-Gipfel am 5./6. September nach St. Petersburg reisen, schrieb das Blatt unter Berufung auf Quellen im US-Außenministerium.

Stattdessen würde nur Vizepräsident Joe Biden kommen. Der Kreml widersprach: Die Vorbereitungen auf den Obama-Besuch liefen weiter auf Hochtouren, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow der Agentur Itar-Tass.

Russland wies unterdessen erneut jede Verantwortung im Fall Snowden zurück. "Er ist auf seine eigene Initiative hin nach Moskau geflogen", sagte Alexej Puschkow, der Chef des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma. Zwar gebe es weiter keine Gründe, Snowden an die USA auszuliefern. "Aber natürlich wäre es besser, wenn die Situation bis zu Obamas Besuch in Moskau gelöst wäre."

Venezuela fordert von Snowden Antwort

Venezuela erwartete noch an diesem Montag eine Antwort Snowdens auf das Asylangebot. Bisher habe es keinen direkten Kontakt gegeben, sagte Außenminister Elias Jaua am Rande des Gipfels der Karibischen Gemeinschaft (Caricom) in Trinidad und Tobago. In Venezuela sind wie in Nicaragua und Bolivien linksgerichtete Regierungen an der Macht, die die Dominanz der USA auf dem Kontinent äußerst kritisch sehen.

Inzwischen wurde bekannt, dass es offenbar auch in Lateinamerika massive Spionageangriffe der USA gegeben hat. In Brasilien seien Millionen von E-Mails und Telefonaten angezapft worden, berichtete die Zeitung "O Globo". Die Eingriffe seien "über Jahre und systematisch" erfolgt. Brasilien reagierte mit "großer Besorgnis".

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