Zwischen 7.000 und 11.000 Migranten sollen sich nach dem Ansturm von vor über zwei Wochen noch in der spanischen Exklave Ceuta, an der Grenze zu Marokko, befinden. Die meisten von ihnen haben kein Dach über dem Kopf daher bilden sich an gewissen Orten nun Lager.
Wie die "Presse" berichtet, hätten die Flüchtlinge etwa am Strand El Trampolín Zelte aufgestellt. Andere Migranten hätten sich aus Brettern und Planen kleine Hütten gebaut. Der Bürgermeister Juan Jesús Vivas spricht von einer "absolut untragbaren und inakzeptablen" Lage.
Ihm zufolge würden die Migranten zum Problem für die Sicherheit und das Zusammenleben in der spanischen Exklave werden. Vivas fordert nun Madrid zum Handeln auf. Demnach soll ein geschlossenes Internierungs- und Abschiebezentrum für Ausländer entstehen. Das staatliche Aufnahmezentrum in Ceuta sei überfüllt. Inzwischen seien dort 800 Menschen untergebracht, obwohl das Zentrum eigentlich nur für 500 Platz biete.
Des Weiteren verlangt der Bürgermeister mehr Polizisten und Ausländerbeamte, die Asyl- und Abschiebeverfahren schneller durchführen sollen. Zudem sollen die Soldaten, die aufgrund der Krise in Ceuta stationiert wurden, bleiben.
Die Forderung nach einem Internierungslager sieht man seitens der Regierung in Madrid eher kritisch. Man wolle zuerst die Situation der unbegleiteten Kinder klären, die nach Ceuta flüchteten. Inzwischen seien rund 2.500 von ihnen registriert worden. Nun solle geprüft werden, ob sie wieder zu ihren Familien nach Marokko zurückkehren können. Seitens des spanischen Außenministeriums hieß es, dass jeder einzelne illegale Migrant außer Landes gebracht wird.
Dies gestalte sich aber als schwierig – nicht nur bei den Minderjährigen für die besondere Schutzvorschriften gelten. So würden zahlreiche Migranten aus Krisen- und Bürgerkriegsländern südlich der Sahara kommen. Sie könnten internationalen Schutz beantragen, besitzen jedoch in vielen Fällen keine Papiere.