120 € für Taxi

Chaos am Nova Rock – "Steckten 4 Stunden im Regen fest"

Viel zu viele Menschen sollen heuer das Nova-Rock-Festival besucht haben. Ein Besucher wollte nach Hause, schaffte es aber erst nach vielen Stunden.

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Chaos am Nova Rock – "Steckten 4 Stunden im Regen fest"
Einigen Besuchern war der Ansturm am Nova-Rock-Festival zu viel.
Leserreporter

Musik, Alkohol und Rock ’n’ Roll – das Nova Rock ist jährlich ein Highlight für Rock-Fans. Heuer soll der Andrang allerdings viel zu groß gewesen sein. Zumindest sagen das manche verärgerte Besucher. Vor allem am Samstag und am Sonntag herrschte am Festival-Gelände großes Chaos, ein Burgenländer kam erst nach mehreren Stunden nach Hause.

"Das, was Samstagnacht ablief, grenzt fast an menschenverachtendes Verhalten. Wir steckten 4,5 Stunden im Regen fest. Ein einziger Sanitäter hat uns gefragt, ob es uns gut geht". berichtet Michael W. der in Parndorf nächtigte und daher das Festival-Gelände jeden Abend aufs Neue verließ.

"Das war definitiv mein letztes Nova-Rock-Festival"

Doch die Situation am Samstag soll laut dem Burgenländer kaum aushaltbar gewesen sein: "Taxi-Autos mit Wiener Kennzeichen sind ins Gelände hineingefahren und haben Wucherpreise verlangt. Wir hatten schon Panik, weil wir nicht wussten, wie wir nach Hause kommen sollen. Als dann ein Taxifahrer meinte, er könnte uns für 120 € mitnehmen und die Securitys dann auch noch wollten, dass wir diesen Abzocker-Preis bezahlen, war für mich der Punkt endgültig erreicht. Nach so vielen Jahren Nova Rock kann ich nur sagen, dass das definitiv mein letztes Nova-Rock-Festival war."

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Der Burgenländer ist auch Tage nach dem Festival stinksauer: "Die Tatsache, dass so viele Tagestickets wie noch nie verkauft wurden und man damit aufgrund der Menschenmassen nicht wusste, wohin mit den Leuten, war erschreckend!" Er ist sich daher sicher, hätte man das besser organisiert, wäre er nicht erst nach mehreren Stunden nach Hause gekommen.

"Man hatte das Gefühl, dass keiner einen Überblick hat."

Eine Kärntnerin berichtete gegenüber "Heute" ebenfalls von ihrer Festival-Erfahrung. Auch sie hat eine derartige Menschenansammlung noch nie erlebt: "Wir wollten eigentlich bis Sonntag bleiben, haben uns aber bereits am Samstagnachmittag dazu entschieden, frühzeitig abzureisen. Am Donnerstag und Freitag ging es ja noch. Doch am Samstag herrschte so ein großes Chaos, man kann es sich kaum vorstellen."

Laut der 25-Jährigen sei viel zu viel los gewesen. Sowohl am Festival-Gelände, als auch beim Ein- und Ausgangsbereich: "Die Dixi-Klos waren alle überschwemmt. Man hatte das Gefühl, dass keiner einen Überblick hat. Teilweise sind wir nicht wirklich vorangekommen. Wir mussten längere Strecken in kleinen Minischritten absolvieren, weil die Menschenansammlung so enorm war."

"Wir haben an diesem Tag auch andere Probleme"

"Heute" wartet noch auf eine Stellungnahme von den Veranstaltern. Diese wird bei Vorliegen ergänzt. Einzig und allein die Gemeinde Parndorf und Nickeldorf haben sich bisher zurückgemeldet.

Laut Bürgermeister Wolfgang Kovacs sei Parndorf allerdings bei dem gesamten Ablauf sowie der Planung des Festivals nicht eingebunden: "Wir haben an diesem Tag auch andere Probleme. Wir hatten unser Dorffest und waren natürlich auch vom Regen betroffen. Es war schwer genug, hier die richtigen Entscheidungen zu Mitternacht zu fällen", so Kovacs im "Heute"-Gespräch.

Auch in der Nachbarschaftsgemeinde sieht es ähnlich aus. "Nickelsdorf hat nichts mit dieser Angelegenheit zu tun. Das Thema Taxis und Shuttlebusse liegt unseres Wissens nach zur Gänze in der Verantwortung des Veranstalters. Da wir aber ohnehin eine Nachbesprechung über das Festival haben, werden wir dies dort zum Thema machen", versichert der zuständige Amtsleiter.

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Auf den Punkt gebracht

  • Beim diesjährigen Nova Rock Festival herrschte großes Chaos, das zu langen Wartezeiten, überfüllten Bereichen und überschwemmten Dixi-Klos führte
  • Ein Besucher berichtete von vier Stunden im Regen feststecken und bezeichnete das Verhalten einiger als fast menschenverachtend
  • Auch andere Besucher klagten über die überfüllte und chaotische Situation und entschieden sich frühzeitig abzureisen
red
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