Chaos bei Tirol-Mutante: Dutzende Testergebnisse falsch

Im Labor werden die Proben analysiert. Symbolbild.
Im Labor werden die Proben analysiert. Symbolbild.ALEX HALADA / picturedesk.com
Hinter den zuletzt in Tirol aufgetretenen Fällen der Fluchtmutante steht nun ein Fragezeichen. Experten halten einen Laborfehler für möglich. 

In jüngster Vergangenheit stand Tirol wegen der Ausbreitung der sogenannten Fluchtmutante B1.1.7-E484K erneut in den Schlagzeilen. Nun sind die Fallzahlen aber mit äußerster Vorsicht zu genießen. Denn auf Grund eines mutmaßlichen Laborfehlers, ist das angenommene Ausmaß der Verbreitung der Variante nicht mehr gesichert. 

Am Sonntag verzeichnete das Land noch 330 aktive Fälle, am Montag dann nur noch 283. Wie die APA unter Berufung auf den Corona-Einsatzstab des Landes vermeldet, ging die Variante, für die es bis dato immer nur noch die sperrige Bezeichnung B1.1.7-E484K gibt, um 671 Fälle zurück. 

Falsch positive Tests wegen Laborpfusch?

Wie die APA schreibt, gehen die zuständigen Experten mittlerweile davon aus, dass der zunächst angenommene Anstieg in der Verbreitung der Variante rückwirkend betrachtet deutlich geringer ausfallen wird. Schuld dürften falsch positive Tests sein, also Tests, die fälschlicherweise eine nicht vorhandene Corona-Infektion attestierten.  Die Fallzahlen der Kalenderwochen 10 bis 16 werden nun erneut untersucht. 

Was die Experten stutzig macht: Es sei "schwer plausibel", dass die Variante ausgerechnet in Tirol in der enorm vermuteten Häufigkeit aufgetreten sei. Die Ergebnisse der erneut durchgeführten Analyse der Fälle sollen noch diese Woche präsentiert werden. 

Fraglich bleibt, in welchem Ausmaß es diese Abweichungen gegeben hat. Erste vorläufige Ergebnisse liegen für den Zeitraum vom 8. März bis zum 24. April (das ist exakt der weiter oben genannte Zeitraum) vor. Demnach wurde festgestellt, dass mindestens 24 Proben fälschlicherweise der Fluchtmutante zugerechnet wurden. Die Zahl von insgesamt 2.004 Mutations-Fällen dürfte aber wohl bei weitem nicht stimmen. Die Sequenzierungen wurden in einem Wiener Institut durchgeführt. Das Land Tirol spricht von einer vermuteten "Überschätzung". 

Ausmaß des Fehlers unklar

Zu einem ähnlichen Schluss dürfte auch die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) kommen. Sie geht sogar von einem deutlich höheren Anteil an falsch positiven Fällen aus. Bei den 24 Proben handle es sich um eine "kumulative Zahl", also eine die noch weiter ansteigen wird.

Was ebenfalls stutzig macht: Wie schon in der Vergangenheit ist die angeblich so stark verbreitete Mutation in den Spitälern de facto nicht bemerkbar. Nur jeder siebenundzwanzigste Corona-Intensivpatient in Tirol ist mit B1.1.7-E484K infiziert. Die überwältigende Mehrzahl geht auf die britische Form B1.1.7 zurück. 

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