Die Premium-Funktionen von KI-Chatbots wie ChatGPT, Claude oder Gemini kosten teilweise mehrere hundert Euro im Monat. Viele Nutzer kommen deshalb auf die Idee, sich einen Account mit Freunden oder Kollegen zu teilen. Was auf den ersten Blick clever wirkt, kann jedoch ordentlich nach hinten losgehen.
Das Problem beginnt schon bei den Login-Daten. Wer seinen Account teilt, muss E-Mail-Adresse und Passwort preisgeben. Nutzt man diese Kombination auch bei anderen Diensten, haben Mitnutzer plötzlich Zugang zu weiteren Konten. Dazu kommt: Moderne KI-Tools sind oft mit Gmail, Kalender, Slack oder sogar Zahlungsdiensten verknüpft - all diese Daten sind dann ebenfalls zugänglich.
Besonders heikel wird es bei privaten Chatverläufen, heißt es auf t3n. Viele Menschen teilen mit Chatbots vertrauliche Informationen über ihre Gesundheit, Finanzen oder persönliche Probleme. Ein Student berichtete dem Wall Street Journal etwa, dass seine Account-Partnerin all seine Gespräche über seine chronische Erkrankung mitlesen konnte.
Ein weiterer Nachteil: Die KI verliert den Überblick. Chatbots lernen mit der Zeit, wer mit ihnen schreibt, und passen ihre Antworten entsprechend an. Teilen sich mehrere Personen einen Account, werden die Antworten unpräzise. Ein Nutzer berichtete, die KI halte ihn mittlerweile für eine „Fusion all seiner Freunde“.
Nicht zuletzt haftet der Account-Inhaber für sämtliche Inhalte, die darüber erstellt werden. Werden KI-Richtlinien verletzt, kann das auf den ursprünglichen Besitzer zurückfallen - selbst wenn jemand anderer den Verstoß begangen hat.
Das Account-Sharing verstößt bei den meisten Anbietern gegen die Nutzungsbedingungen. Fliegt die Sache auf, können OpenAI, Anthropic oder Google den Account sperren. Dann sind nicht nur alle bisherigen Gespräche weg, sondern auch das gesamte investierte Geld.