Welt

Chauffeur spricht über Gaddafis letzte Stunden

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:45

Huneisch Nasr, der persönliche Chauffeur des getöteten libyschen Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi, war dabei, als Gaddafi erst festgenommen und dann getötet wurde. In einem Interview erzählt der Mann von den letzten Stunden des ehemaligen Machthabers.

, war dabei, als Gaddafi erst festgenommen und dann getötet wurde. In einem Interview erzählt der Mann von den letzten Stunden des ehemaligen Machthabers.

30 Jahre lang diente er Gaddafi als persönlicher Fahrer, erzählte Nasr einem Reporter des Guardian in einem Gefängnis in Misrata. Nachdem Gaddafi untertauchen musste, hätte man sich wochenlang in Sirte versteckt und war von Haus zu Haus gefflüchtet. Mit der Zeit sei die Nahrung ausgegangen und Gaddafi beschloss am 20. Oktober, aus Sirte zu fliehen.

Der Fahrzeugkonvoi geriet zunächst unter Beschuss von Nato-Kampfflugzeugen, dann nahmen Milizen des libyschen Übergangsrates den Gaddafi-Tross unter Beschuss. "Alles um uns herum explodierte", beschreibt Nasr den Angriff. Während die Rebellen auf sie zugestürmt haben und er selbst sich ergab, sei Gaddafi in ein Rohr gekrochen. "Er hatte keine Furcht, aber er schien nicht zu wissen, was er machen soll", erzählt Nasr. Es sei das einzige Mal gewesen, dass er seinen Herrn so gesehen habe.

"Kämpften gegen schlechte Menschen"

Dann sei der Chauffeur von den Rebellen mit einem Gewehrkolben niedergeschlagen worden, währned andere Aufständische den verletzten Diktator aus dem Rohr zerrten. geschehen sei: "Ich dachte bis zum Schluss, dass wir gegen schlechte Menschen kämpften", erklärt der Chauffeur.

Von Gaddafi selbst sagt Nasr, dass er sich nie schlecht benommen hätte und ein Haus sowie 340 Euro Monatslohn erhalten habe. Gaddafi habe sich aber immer seltsamer verhalten: "Er hielt ständig inne und schaute gen Westen. Ich sah keine Furcht bei ihm", erzählt Nasr. .

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