Chef outet alle ungeimpften Mitarbeiter am Arbeitsplatz

Mitarbeiter ohne vollständigem Impfschutz wurden auf einem Aushang im Pausenraum mit Namen und Bild geoutet.
Mitarbeiter ohne vollständigem Impfschutz wurden auf einem Aushang im Pausenraum mit Namen und Bild geoutet.Screenshot Twitter
Aufschrei in Deutschland: Ein Thüringer Familienbetrieb hat ungeimpfte Mitarbeiter in einem Aushang für jeden sichtbar an den Pranger gestellt.

Mit Bild und vollem Namen hat ein deutsches Familienunternehmen seine ungeimpften Mitarbeiter geoutet. Ein entsprechender Aushang wurde im Pausenraum angeschlagen, die 13 Angestellten, die keinen vollständigen Impfschutz belegen konnten, wurden quasi öffentlich an den Pranger gestellt. Dazu wurde auch noch ein besonderer Verhaltenskodex für die Ungeimpften verordnet.

Der Text zum Aushang im Wortlaut:

"Der Mindestabstand von 2m muss eingehalten werden!
Es darf sich nicht mehr als eine ungeimpfte Person in einem Raum aufhalten.
Sobald sich zwei ungeimpfte Mitarbeiter in einem Raum aufhalten, besteht für diese Mitarbeiter die Maskenpflicht.
Veränderungen des Impfstatus sind dem Arbeitgeber mitzuteilen.
Einen Überblick über den derzeitigen Impfstatus ist bei dem Schichtplan der Abteilungen ausgehangen.
Ungeimpfte Mitarbeiter sind verpflichtet, sich über diesen zu informieren sobald sie eine fremde Abteilung betreten."

Mitarbeiter ohne vollständigem Impfschutz wurden auf einem Aushang im Pausenraum mit Namen und Bild geoutet.
Mitarbeiter ohne vollständigem Impfschutz wurden auf einem Aushang im Pausenraum mit Namen und Bild geoutet.Screenshot Twitter

Es dauerte nicht lange, bis Fotos des Zettels – offenbar von Mitarbeitern geknipst, die damit nicht einverstanden waren – im Internet zirkulierten, der Aufschrei folgte umgehend. Das familiengeführte Druckgusswerk in der Gemeinde Heilbad Heiligenstadt im deutschen Thüringen geriet unter massiven Druck und reagierte, nachdem man die eigenen Social Media Kanäle vorsorglich stillgelegt hatte, mit einer Stellungnahme.

So reagiert das Unternehmen

Darin beklagt die Firmenleitung, dass das "unternehmensinterne Dokument [...] ohne unser Wissen und ohne unsere Zustimmung" veröffentlicht wurde, gibt aber auch Aufschluss zur Entstehung desselben.

"Der Beschluss, den Impfstatus unserer Mitarbeiter/innen innerhalb des Unternehmens offenzulegen entstand einvernehmlich und nach interner Absprache", erklären die Manager des Familienbetriebs. Man habe zusammen mit den Mitarbeitern eine Lösung gesucht, wie die Corona-Schutzmaßnahmen intern weiterhin umgesetzt werden könnten. Da hätte es keine Beschwerden zu den Vorschlägen gegeben: "Bei Widerspruch seitens einzelner Mitarbeiter/innen hätten wir diese Mitarbeiterinformation nicht in dieser Form umgesetzt."

"Wir sind ein Familienunternehmen und leben dies auch. Geschäftsführung und Mitarbeiter/innen arbeiten zusammen und nicht gegeneinander", heißt es am Ende des Statements: "Der Aushang wurde aufgrund der in den sozialen Medien entstandenen Diskussion entfernt."

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