Politik

Chefin des Hauptverbands tritt überraschend zurück

Ulrike Rabmer-Koller hat am Donnerstag ihren Rücktritt bekannt gegeben. Grund dafür: mangelnder Reformwille im System.
Heute Redaktion
14.09.2021, 00:40

Erst ein gutes Jahr ist die gebürtige Linzerin Chefin des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger. Nun tritt sie überraschend zurück. Denn erst Anfang des Jahres war Rabmer-Koller wiederbestellt worden. Die 50-Jährige folgte im Jahr 2015 Peter McDonald in der Hauptverbands-Spitzenposition nach. Der wurde damals VP-Geschäftsführer, ist heute aber mittlerweile in der Privatwirtschaft.

In einer eilends einberufenen Pressekonferenz erklärte Rabmer-Koller den Grund für ihren Rücktritt: Sie sei an notwendigen Reformen gescheitert, kritisierte sie das fehlende Durchgriffsrecht des Hauptverbandes. Daher wolle sie sich auf ihre zukünftigen Aufgaben in der Wirtschaftskammer (WKÖ), deren Vizepräsidentin sie ist, konzentrieren.

Die Nachfolgefrage ist noch offen, eine Entscheidung soll aber laut Insidern spätestens am Wochenende fallen. Die oberösterreichische Unternehmerin könnte mit ihrem Schritt auch das Personalkarussell in der WKÖ in Bewegung bringen. WKÖ-Präsident ist derzeit Christoph Leitl, ebenfalls ein Oberösterreicher.

Lebenslauf Rabmer-Koller:
Die gebürtige Linzerin studierte an der Uni Linz Betriebswirtschaft. Danach war sie international tätig, etwa im Controlling der Engel Austria-Group, bevor sie die Rabmer-Gruppe leitete.
Seit 2015 war Rabmer-Koller Vorsitzende des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, daneben Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich.
Die 50-Jährige ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Zu ihren Hobbys zählen Reisen, Kunst und Sport.

Leitl am falschen Fuß erwischt

Rabmer-Kollers Rücktritt war offenbar mit niemandem in den Gremien abgesprochen: "Es ist der Zeitpunkt auch für mich überraschend", so Christoph Leitl. Überlegungen zur Nachfolge könne er daher noch nicht anstellen.

Für den Vorstand des Hauptverbands werden mehrere Namen ins Spiel gebracht. Einer davon ist AUVA-Obmann Anton Ofner, der andere der stellvertretende Obmann der SVA, Alexander Herzog. Fest steht jedenfalls: Die Bestellung einer neuen Spitze obliegt dem ÖVP-Wirtschaftsbund.

(uha)

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