Ein Einhorn auf dem Arm, ein Drache auf der Hand oder ein Glitzerherz am Bein – Klebetattoos gehören für viele Kinder zum Sommer einfach dazu. Doch genau diese harmlos wirkenden Hautbildchen geraten jetzt massiv in die Kritik. Ein Labortest von Arbeiterkammer OÖ und Greenpeace förderte gleich mehrere problematische Stoffe zutage.
Von 15 untersuchten Produkten fielen gleich 13 durch. Ein unabhängiges Labor entdeckte insgesamt 31 bedenkliche Chemikalien. Besonders alarmierend: In einem einzigen Klebetattoo steckten bis zu zwölf verschiedene problematische Stoffe, die AK spricht von einem regelrechten "Chemie-Cocktail".
Darunter fanden die Experten laut AK unter anderem in der EU verbotene Lösungsmittel, Weichmacher und einen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoff (PAK). Diese Stoffe gelten als fortpflanzungsgefährdend oder stehen im Verdacht, Krebs auszulösen. Außerdem wurden in fast allen Proben die Schwermetalle Blei und Nickel nachgewiesen.
Doch damit nicht genug: In vier Tattoos fanden die Tester auch sogenannte Ewigkeitschemikalien (PFAS). In einigen Produkten wurde sogar PTFE – besser bekannt als Teflon – entdeckt. Die gemessenen Werte liegen zwar unter den derzeit geltenden Grenzwerten, würden aber jene überschreiten, die im geplanten EU-weiten PFAS-Verbot vorgesehen sind.
Für zusätzliche Kritik sorgt Amazon. Bei den drei getesteten Produkten des Online-Händlers fehlte laut AK und Greenpeace die gesetzlich vorgeschriebene Angabe der Inhaltsstoffe komplett. Verbraucher könnten dadurch gar nicht nachvollziehen, welche Chemikalien auf ihrer Haut landen.
Für die Arbeiterkammer zeigt der Test eine Schwachstelle im geltenden Chemikalienrecht. Denn bewertet werden meist nur einzelne Stoffe – nicht aber deren Zusammenspiel. Gemeinsam mit Greenpeace fordert die AK deshalb strengere Regeln, die auch solche Chemie-Cocktails berücksichtigen, sowie ein umfassendes Verbot von PFAS.