Die Trockenheit in Oberösterreich verschärft sich weiter – und sie ist längst mit freiem Auge sichtbar. Aktuelle Fotos aus dem Salzkammergut zeigen ein dramatisches Bild: Sowohl der Offenseebach bei Ebensee als auch der Rindbach sind komplett trocken. Wo normalerweise Wasser durch die Bachbetten rauscht, liegen jetzt nur noch helle Felsen und Schotter frei.
Die Bilder sind ein weiteres Warnsignal nach den bereits dramatischen Szenen an der Mattig im Innviertel. Dort war Ende Juni ein rund fünf Kilometer langer Abschnitt zwischen Schalchen und Helpfau-Uttendorf vollständig trockengefallen. Tonnenweise Fische verendeten, Experten rechnen zwar mit einer Erholung des Ökosystems, das könnte aber Jahre dauern.
Die anhaltende Hitze und das massive Niederschlagsdefizit treffen mittlerweile weite Teile Österreichs. Besonders betroffen ist auch die Landwirtschaft. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich berichtet, dass längere Trockenperioden in Österreich sowie weiten Teilen Europas die Ertragserwartungen bei Getreide deutlich nach unten gedrückt haben.
Vor allem beim Körnermais wächst die Sorge. Die derzeitige Hitze fällt genau in die entscheidende Blühphase der Pflanzen. Der europäische Getreidehandelsverband COCERAL hat seine Ernteprognose für die EU deshalb deutlich gesenkt. Die geringeren Erträge treiben bereits die Preise an den Börsen nach oben.
Nicht nur Bäche und Flüsse leiden unter der Trockenheit. Auch auf Oberösterreichs Almen wird Wasser zunehmend zum Problem. Viele Quellen führen deutlich weniger Wasser, teilweise müssen Landwirte Wasser mit großem Aufwand vom Tal auf die Almen transportieren.
"Jeder Tropfen Regen zählt. Ohne nachhaltige Wetterumstellung kann die Situation rasch kritisch werden", warnt LKOÖ-Präsident Franz Waldenberger. Sollte die Trockenheit weiter anhalten, könnten in einzelnen Fällen sogar Almen früher als geplant geräumt werden, weil die Versorgung der Tiere nicht mehr gesichert ist.
Der trockene Offenseebach und der ausgetrocknete Rindbach zeigen eindrucksvoll, wie angespannt die Lage inzwischen ist. Während Meteorologen weiter auf dringend benötigten Regen hoffen, wächst die Sorge, dass sich die Folgen der Dürre in den kommenden Wochen noch verschärfen – für Natur, Landwirtschaft und letztlich auch für die Konsumenten.