Die OÖ-Landeshauptstadt schlug vor wenigen Tagen Alarm: In Linz fehlte seit Jahresbeginn so viel Wasser, dass man damit 50-mal den Pleschinger See füllen könnte.
Sowohl im Jänner als auch im März, April und Mai fiel deutlich zu wenig Niederschlag. Nur im Februar gab es einen überdurchschnittlichen Wert. Im Juni lag sie in Teilen der Stadt über dem langjährigen Mittel – in Summe war der Regen aber ebenfalls zu gering, so die bittere Statistik.
Jetzt untermauern neue Zahlen die dramatische Entwicklung: Im langjährigen Durchschnitt (1961 bis 1990) gab es in Linz lediglich sechs Hitzetage (mindestens 30 Grad) pro Jahr. 2025 waren es bereits 19. Bis Mitte Juli des heurigen Jahres wurden schon 23 gezählt – also fast viermal so viele wie früher.
Die Anzahl der Tropennächte (nicht kühler als 20 Grad) hat sich ebenfalls deutlich erhöht: Im langjährigen Durchschnitt (ebenfalls 1961 bis 1990) gab es nur eine pro Jahr. Allein heuer waren es in Linz schon zehn.
Die Daten von GeoSphere Austria, dem Klima-Dashboard und dem Land Oberösterreich zeigen einen klaren Trend: Die Sommer werden heißer, die Nächte kühlen immer seltener ab. Besonders ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen leiden unter dieser Entwicklung.
"Die Klimakrise ist keine abstrakte Diskussion mehr. Sie steht im Sommer direkt vor unserer Haustüre", so das düstere Resümee von Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne). Wer den Klimaschutz bremse, verschärfe die Hitze von morgen.
„Wir müssen unsere Gemeinden so umbauen, dass Menschen auch an heißen Tagen gut und gesund leben können.“Stefan KainederUmweltlandesrat (Grüne)
"Gleichzeitig müssen wir unsere Gemeinden so umbauen, dass Menschen auch an heißen Tagen gut und gesund leben können", betont Kaineder. Jeder Baum, jeder entsiegelte Platz und jeder schattige Ortskern würden einen Unterschied machen.