Probe bis Oktober

Keine Autos mehr – Verkehrsprojekt spaltet Bevölkerung

Der Steyrer Stadtplatz wird an zehn Wochenenden großteils autofrei. Das sorgt schon vor dem Start für eine hitzige Debatte auf Social Media.
Oberösterreich Heute
23.07.2026, 03:00
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Was in Linz bereits für hitzige Diskussionen sorgte, steht jetzt auch in Steyr bevor: Der Stadtplatz wird an zehn Wochenenden großteils vom Autoverkehr befreit. Schon in der Landeshauptstadt gingen die Meinungen über den autofreien Hauptplatz weit auseinander – nun scheint sich die Debatte zu wiederholen.

Probebetrieb bis Mitte Oktober

Von 14. August bis 18. Oktober startet Steyr einen Probebetrieb. Jeweils von Freitag, 16 Uhr, bis Montag, 7 Uhr, ist der Stadtplatz für den normalen Autoverkehr gesperrt. Wer zu den Parkplätzen am Ennskai will, muss künftig über die Zieglergasse zufahren.

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Ausnahmen gelten unter anderem für Anrainer, Lieferverkehr, Taxis, Menschen mit Beeinträchtigung, Einsatzfahrzeuge, Hotelgäste und Postkunden. Die Stadt verfolgt mit dem Versuch ein klares Ziel: Der Stadtplatz soll mehr Platz zum Flanieren, Verweilen und für die Gastronomie bieten.

"Richtiger Schritt"

SP-Bürgermeister Markus Vogl erwartet sich dadurch eine höhere Aufenthaltsqualität und mehr Frequenz in der Innenstadt. Nach Abschluss des Probebetriebs sollen die Auswirkungen auf Verkehr, Wirtschaft und Nutzung genau ausgewertet werden.

Dass das Thema polarisiert, zeigt sich schon jetzt auf Social Media: Viele begrüßen die Maßnahme: "Sehr gut! Endlich mal ein Schritt in die richtige Richtung", schreibt ein Nutzer unter dem Post der Stadt. Eine andere legt nach: "Jedenfalls ein richtiger Schritt – jetzt muss der Stadtplatz nur noch ganz autofrei werden."

"Verrennen sich in Ideologien"

Mindestens genauso laut melden sich aber die Kritiker zu Wort. "Auf den Gehsteigen am Stadtplatz flanieren jetzt schon sehr wenige Leute tagsüber. Wenn dann der Stadtplatz auch noch autofrei ist, dann fahren noch weniger Leute in die Stadt", meint ein User. Und weiter: "Solange es kein Konzept für den Stadtplatz gibt, ist das nur ein großer Platz mit der gleichen Frequenz wie jetzt."

Noch deutlicher wird ein weiterer Kommentar: "Das Verdrängen der Autos und kostenloser Parkplätze reduziert das Besucheraufkommen massiv. Aus irgendeinem Grund verstehen das aber leider nur kommerzielle Betreiber und Gemeinden und Städte verrennen sich in Ideologien." Ob sich die Hoffnungen der Stadt oder die Sorgen der Gegner bewahrheiten, wird wohl der zehnwöchige Test zeigen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 23.07.2026, 03:00