Kaum ein Platz in Linz heizt sich im Sommer so stark auf wie das Urfahrmarktgelände. Rund 55.000 Quadratmeter Asphalt und Beton sorgen bei Temperaturen über 30 Grad für enorme Hitze. Seit Tagen wird deshalb wieder intensiv über die Zukunft der Fläche an der Donau diskutiert.
Jetzt legt LinzPlus nach und präsentiert eine Visualisierung, die deutlich weiter geht als die bisher bekannten Pläne. Die Idee ist nicht ganz neu aber spektakulär: Statt einer versiegelten Veranstaltungsfläche soll ein großer "Central Park" entstehen - mit tausenden Quadratmetern Grünflächen, zahlreichen Bäumen, neuen Aufenthaltsbereichen und sogar einer zusätzlichen Fußgängerbrücke über die Donau.
Die Visualisierung zeigt eine völlig umgestaltete Donaulände. Wo heute fast ausschließlich Asphalt dominiert, sollen künftig Wiesen, schattige Baumgruppen, Spiel- und Erholungsflächen sowie Wasserbereiche entstehen. Eine neue Brücke würde den Park direkt mit der Linzer Innenstadt verbinden und zusätzliche Wege für Fußgänger und Radfahrer schaffen. Der Urfahrmarkt soll dabei nicht verschwinden, sondern auf einer kompakteren Fläche stattfinden.
LinzPlus-Chef Lorenz Potocnik spricht vom "Rohdiamanten" der Stadt. Das Areal habe das Potenzial, zum "Central Park direkt an der Donau" zu werden. Die Umgestaltung könne schrittweise über mehrere Jahre erfolgen, ohne den traditionsreichen Urfahrmarkt aufzugeben. Nach seiner Einschätzung müssten mindestens 5.000 Quadratmeter entsiegelt werden, um eine spürbare Verbesserung des Stadtklimas zu erreichen. Als realistisches Budget nennt Potocnik rund fünf Millionen Euro.
Auch erste Überlegungen der Stadt sehen deutlich mehr Grün am Donauufer vor. Entlang der Uferpromenade könnten Baumreihen gepflanzt und versiegelte Flächen aufgebrochen werden, um mehr Schatten und Aufenthaltsqualität zu schaffen. Gleichzeitig soll genügend Platz für Fahrgeschäfte und den Marktbetrieb erhalten bleiben.
Die politische Debatte darüber wird allerdings immer heftiger. Nachdem ÖVP-Vizebürgermeister Martin Hajart die bisherigen Überlegungen als unzureichend kritisiert und ein Gesamtkonzept statt einer "Lose-Lose-Planung" gefordert hatte, reagierten nun mehrere Fraktionen mit scharfer Kritik. Bereits zuvor hatte Hajart argumentiert, dass die vorgeschlagenen Baumreihen den Marktbetrieb erschweren und die Durchführung des Urfahrmarktes gefährden könnten.
Die SPÖ wirft Hajart vor, mit öffentlichen Vorstößen einen laufenden Arbeitsprozess zu stören und statt Zusammenarbeit auf Ankündigungspolitik zu setzen. Die Grünen sprechen von einer "Asphaltwüste", die endlich entsiegelt werden müsse, und werfen dem Marktreferenten vor, notwendige Verbesserungen zu blockieren. Auch LinzPlus kritisiert den bisherigen Ablauf als unprofessionell und fordert einen offenen Wettbewerb für die künftige Gestaltung des Areals. Klar ist schon jetzt: Über die Zukunft des Urfahrmarktgeländes dürfte in den kommenden Monaten noch intensiv gestritten werden.