100 Hausbesuchstouren, mehr als 4.000 Gespräche: SPÖ-Oberösterreich-Chef und Landesrat Martin Winkler setzt seit seinem Amtsantritt auf den direkten Kontakt mit den Menschen. Nach Angaben der Partei war er in den vergangenen zwölf Monaten in allen Bezirken Oberösterreichs unterwegs und besuchte zahlreiche Gemeinden.
Gemeinsam mit Bürgermeistern oder Ortsparteivorsitzenden ging Winkler dabei von Tür zu Tür. Pro Tour führte er laut SPÖ zwischen 30 und 80 Gespräche. Insgesamt seien so mehr als 4.000 persönliche Begegnungen zustande gekommen.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen laut Winkler vor allem Themen wie steigende Lebenshaltungskosten, leistbares Wohnen, Gesundheitsversorgung, Arbeitsplätze, Migration und die Zukunftschancen für Kinder. Viele Menschen hätten zudem den Eindruck geäußert, dass ihre Anliegen in der Politik zu wenig Gehör finden.
Die SPÖ sieht die Hausbesuche als Möglichkeit, Rückmeldungen aus den Gemeinden direkt in ihre politische Arbeit einfließen zu lassen. Winkler betont, dass er bewusst auch das Gespräch mit Kritikern suche und die Tour bis zur nächsten Landtagswahl fortsetzen wolle. Ziel sei es, möglichst alle Gemeinden in Oberösterreich zu besuchen.
Die Hausbesuchstour fällt in eine politisch schwierige Phase für die SPÖ. In bundesweiten Umfragen kommt die Partei derzeit nur noch auf rund 15 Prozent und liegt damit deutlich hinter der FPÖ und auch klar hinter der ÖVP. Die schwachen Werte der Bundesregierung sorgen auch in den Bundesländern für zunehmende Nervosität.
Vor allem in Oberösterreich könnte die Entwicklung Folgen haben. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) zählt zu jenen Landeschefs, deren Position bei den kommenden Landtagswahlen unter Druck geraten könnte. Gleichzeitig versucht die SPÖ mit Winklers Tour den direkten Kontakt zu den Wählern zu stärken und sich frühzeitig für die Landtagswahl in Stellung zu bringen.