Expertinnen schlagen Alarm

"Erschreckend" – Warnung vor gefährlichen Rollenbildern

Tradwives, Manosphere und toxische Rollenbilder: Expertinnen warnen jetzt, welchen Einfluss Social-Media-Trends auf junge Menschen haben.
Lea Strauch
24.07.2026, 03:00
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Tradwives backen Kuchen, Männer erklären die Welt: Was auf TikTok und Instagram oft wie harmlose Unterhaltung wirkt, sehen Experten mit Sorge. Das Gewaltschutzzentrum OÖ warnt davor, dass Social-Media-Trends wie "Tradwives" oder die "Manosphere" vor allem junge Menschen beeinflussen können.

"Das Problem ist schon, dass es über Social Media eine enorme Verbreitung gewinnt. Es hat eine unglaubliche Lautsprecherfunktion", sagt Vorsitzende Sonja Ablinger. Hinter den Trends stecke zwar keine riesige Zahl an Influencern. Durch Social Media würden sie aber Millionen Menschen erreichen: "Die Möglichkeiten, die sie haben, und wie sie den Diskurs prägen, das hat schon Auswirkungen", betont Ablinger.

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Hilfe bei Gewalt

Das Gewaltschutzzentrum OÖ berät Menschen, die von Gewalt oder Stalking betroffen sind – kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym. Die Beratung ist auch in der jeweiligen Muttersprache möglich.

Warnsignale können sein:

- Demütigungen und Beleidigungen

- Kontrolle und Isolation

- Stalking oder Verfolgung

- Zwang zu sexuellen Handlungen

- Terror auf Social Media

Kontakt:

0732 / 60 77 60 oder per Mail an [email protected]

Frauenhass geht viral

Gerade Jugendliche würden dadurch in einer Phase erreicht, in der sie ihre Identität und ihr Frauen- beziehungsweise Männerbild entwickeln. Geschäftsführerin Eva Schuh warnt vor allem vor der sogenannten "Manosphere": Dort würden frauenfeindliche Narrative verbreitet, Männer als Opfer des Feminismus dargestellt und ein problematisches Männlichkeitsbild vermittelt.

"Die Ansichten werden irgendwann zum Mainstream", sagt Schuh. Besonders heftig seien Foren, in denen Gewalt gegen Frauen sogar gefeiert oder Vergewaltigungsfantasien geteilt würden: "Das sind erschreckende Entwicklungen", warnt die Geschäftsführerin.

Mehr Schein als Sein

Kritisch sieht das Gewaltschutzzentrum auch den Hype um die sogenannten "Tradwives". "Hier wird ein Frauenbild der 1950er-Jahre idealisiert", erklärt Schuh. Frauen würden dabei auf Haushalt, Kinder und den Ehemann reduziert. Besonders problematisch sei, dass finanzielle Abhängigkeit romantisiert werde: "Wir wissen, dass Machtungleichgewichte Gewalt fördern können."

Dabei ortet Schuh einen klaren Widerspruch. "Die Influencerinnen, die das bewerben, leben eigentlich nicht danach." Schließlich sei das Produzieren von Social-Media-Inhalten selbst harte Arbeit und oft mit einem eigenen Einkommen verbunden. "Eigentlich bleiben sie dem, was sie bewerben, selbst nicht treu."

"Macht mir Angst"

Für zusätzliche Sorge sorgen aktuelle Studien. Laut einer von Schuh zitierten Untersuchung aus Deutschland finden 33 Prozent der befragten Männer zwischen 18 und 35 Jahren es akzeptabel, wenn ihnen im Streit mit der Partnerin "die Hand ausrutscht": "Das sind wirklich Trends, die extrem beunruhigend sind und mir persönlich Angst machen", sagt die Geschäftsführerin.

Für Ablinger beginnt der Kampf gegen problematische Rollenbilder nicht erst im Internet, sondern zu Hause. Es brauche "noch viel mehr Männer, die sich zu Wort melden", sagt sie. Genauso wichtig seien männliche Vorbilder – etwa als Kindergärtner oder Lehrer. Den größten Einfluss hätten aber Väter: Wenn sie ihren Kindern Gleichberechtigung im Alltag vorleben, sei das der beste Schutz gegen toxische Rollenbilder.

{title && {title} } Lstr, {title && {title} } 24.07.2026, 03:00