Chemikalien-Zug in Belgien explodiert

In der Nacht von Freitag auf Samstag entgleiste in Belgien ein mit Chemikalien beladener Zug. Mindestens zwei Menschen starben, 17 weitere wurden verletzt. Hunderte Menschen aus der näheren Umgebung mussten in Sicherheit gebracht werden.


Durch die Entgleisung von sechs der insgesamt 13 Tank-Waggons nahe der Ortschaft Schellebelle geriet der Zug in Flammen, zudem wurden zahlreiche Explosionen ausgelöst, wie die Behörden mitteilten. Zu den Chemikalien, die in Brand gerieten, gehört auch das sehr giftige und leicht entzündliche Acrylnitril, das zur Kunststoffherstellung verwendet wird.

Beim schweren Unfall starb eine Person, die in der Nähe der Gleise wohnte. Auch die Verletzten waren alle Anrainer. Aus Sicherheitsgründen wurden weitere 300 Einwohner in der Nähe der Unglücksstelle aus ihren Häusern gebracht.

Löschversuche waren Feuerwehr zu gefährlich

Erst nach 16 Stunden erloschen am frühen Samstagabend die Flammen. Die Feuerwehr wollte diese zuvor aus Sicherheitsgründen nicht direkt bekämpfen. Während die Einsatzkräfte versuchten, die glühend heißen Kesselwaggons abzukühlen, untersuchten Fachleute, ob möglicherweise von giftigen Dämpfen noch eine Gesundheitsgefahr ausgehe.

Für die Bewohner des Unfallortes Wetteren und umliegender Ortschaften wurde am Samstagabend noch keine Entwarnung gegeben. Rund 250 Menschen müssten die Nacht in einem Gemeindehaus oder anderswo verbringen. Etwas weiter entfernt lebende Bürger wurden angewiesen, daheimzubleiben und die Fenster geschlossen zu halten.

Flammeninferno mitten in der Nacht

Das Unglück ereignete sich den Angaben zufolge gegen 2 Uhr nachts zwischen den Orten Schellebelle und Wetteren. Der Zug kam demnach aus den Niederlanden und war auf dem Weg in den Hafen von Gent.

APA/red.
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