Justizbeamter hat Haftbefehl veröffentlicht

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen kommt Chemnitz nicht zur Ruhe. Für Donnerstag und Samstag sind wieder Proteste geplant.
Wegen der Veröffentlichung des Haftbefehls im Fall Chemnitz ist ein Justizvollzugsbeamter aus Dresden vom Dienst suspendiert worden.

Durchsuchungen und weitere Ermittlungen hätten einen Anfangsverdacht gegen den Mann derart erhärtet, dass ihm "mit sofortiger Wirkung vorläufig die Führung der Dienstgeschäfte verboten", wurde, erklärte das sächsische Justizministerium am Donnerstag.

Der Haftbefehl gegen einen Beschuldigten im Fall des in Chemnitz getöteten 35-jährigen Deutschen war am Mittwoch im Internet teils geschwärzt auf verschiedenen Seiten aufgetaucht.

Hintergrund

Ein 23-jähriger Syrer und ein 22-jähriger Iraker werden verdächtig, einen 35-jährigen Mann in Chemnitz mit fünf Messerstichen getötet zu haben.

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Ausnahmezustand in Chemnitz
Ausnahmezustand in Chemnitz


Nun werden neue Details zum Fall bekannt. Wie "Bild" berichtet, soll der 22-jährige Iraker mehrfach vorbestraft sein. Laut der Zeitung sei der Iraker wegen gefährlicher Körperverletzung auf Bewährung. In den letzten zwei Jahren soll er zwei Mal wegen Drogenbesitz verurteilt worden sein.

Zudem sei er wegen Betrug, Sachbeschädigung und eines gefährlichen Eingriffs in den Strassenverkehr zu Geldstrafen verurteilt worden. Sein schwerstes Delikt soll nur ein Jahr zurückliegen.

Haftbefehle nach Tötungsdelikt an Stadtfest
Haftbefehle nach Tötungsdelikt an Stadtfest


Laut "Bild" wurde der Iraker am 27. Juli 2017 wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt. Die Strafe wurde für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Er soll in einem Asylheim bei einem Streit mehreren Leuten Pfefferspray ins Gesicht gesprüht haben.

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