Humanoide Roboter galten lange als Spielzeug für Messen und Vorführungen. In China hat sich das geändert: Das Industrieministerium erwartet für 2026 eine Produktion von mehr als 100.000 menschenähnlichen Maschinen. Gleich mehrere Hersteller haben dafür eigene Fertigungslinien in Betrieb genommen.
Die Zahlen sind beeindruckend: Ein gemeinsames Werk von Leju Robotics und Dongfang Jinggong produziert seit Ende März alle 30 Minuten einen Roboter. Eine Fabrik in Shenzhen schafft sogar alle 15 Minuten ein Gerät. Der Hersteller Unitree hatte Anfang Juni bereits rund 11.000 zweibeinige Roboter gebaut, Agibot lieferte Ende Juni das 15.000ste Gerät aus.
Wie Forschung und Wissen berichtet, hat die chinesische Regierung verkörperte Intelligenz - also die Verbindung von Sprachmodellen und Robotik - zum Schwerpunkt erklärt. Seit 1. September gelten neue nationale Normen für die Steuerungssysteme. Diese sollen dafür sorgen, dass Komponenten verschiedener Hersteller zusammenpassen.
Die Massenproduktion hat einen klaren Zweck: Antriebe, Gelenkmodule, Kraftsensoren und Laserscanner sind die teuersten Bauteile. Je mehr produziert wird, desto günstiger werden sie. Ein chinesischer Laserscanner-Hersteller verkaufte im ersten Halbjahr 2026 rund 719.200 Einheiten - ein Plus von 170 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die meisten Roboter landen bisher in Forschung, Ausbildung und industrieller Erprobung. Der Autobauer XPENG plant ab dem ersten Quartal 2027 den Einsatz in seinen Verkaufsräumen - als Berater und Verkaufshilfe. Der Haushalt gilt hingegen als schwierigster Einsatzort: Unterschiedliche Böden, wechselnde Gegenstände, Kinder und Haustiere machen ihn unberechenbar.
Doch es gibt auch Warnungen: Chinas Aufsichtsbehörden mahnen vor einer Überhitzung des Marktes und Engpässen bei leistungsfähigen Chips. Zudem sind Produktionszahlen nicht mit Verkäufen gleichzusetzen - wie lange die Roboter im Alltag durchhalten, ist bislang kaum dokumentiert.