Chinas Corona-Politik: Hunde töten und Kinder impfen

Vor knapp zwei Jahren war die Pandemie in China ausgebrochen, nun verfolgt die Regierung in Peking einen harten Kurs gegen das Virus und die eigene Bevölkerung. 
Vor knapp zwei Jahren war die Pandemie in China ausgebrochen, nun verfolgt die Regierung in Peking einen harten Kurs gegen das Virus und die eigene Bevölkerung. Zhang Tao Xinhua / Eyevine / picturedesk.com
China geht mit drakonischen Mitteln gegen die Ausbreitung des Corona-Virus vor und schreckt dabei vor fast nichts zurück. 

Um gegen eine "Corona-Diktatur" zu demonstrieren, gehen in Österreich Woche für Woche Menschen auf die Straße. Doch die österreichischen Maßnahmen sind im Vergleich zur Vorgehensweise in China noch harmlos - dort herrscht nämlich tatsächlich eine Diktatur, die nur wenig Spielraum für Freiheiten lässt. 

 Wie die "Heute" berichtete, hat Österreichs Bundesregierung vor, Kinder ab 14 Jahren zur Impfung zu verpflichten. Einen Schritt weiter geht jedoch China. Im Land, wo das Coronavirus vor knapp zwei Jahren erstmals auftrat, ist man nun gewillt Kinder ab drei Jahren zu impfen. Das Regime in Peking legt sich damit auch mit mehreren Eltern an, die dagegen sind, ihre Kinder so früh einem Stich auszusetzen. 

Mit Luftballons in den Krieg

China hat das Ziel ausgegeben bereits am Ende des Jahres alle Bürgerinnen und Bürger ab drei Jahren durchimpfen zu wollen. So startete man im Reich der Mitte bereits im Oktober eine großangelegte Kampagne mit Luftballons, Spielzeug und anderen Belohnung für jene Kinder, die sich impfen lassen. Verabreicht werden selbstverständlich nur chinesische Vakzine, die bisher in Europa noch nicht zugelassen sind. 

Die chinesische Regierung sieht den Kampf gegen das Virus als Krieg, entsprechend hart sind auch die Maßnahmen. Bei kleineren Ausbrüchen in Gebieten würde demnach ein vollständiger Lockdown verhängt werden. Die Null-Covid-Strategie wird zwar im Westen oft kritisiert, die Regierung in Peking fühlt sich jedoch in ihrer Vorgehensweise bestätigt. So zählt man trotz rund einer Milliarde Einwohner derzeit nur wenige Duzend Fälle in China. 

Chinas Coronapolitik beinhaltet rasches und schnelles Vorgehen. Ausgangssperren, Massentests, Kontaktverfolgung, Quarantäne und rigorose Einreisebeschränkungen gehören demnach noch zu den milderen Maßnahmen. Menschen, die über Infektionen lügen, Symptome verbergen oder der Quarantäne entgehen wollen, drohen Haftstrafen. Laut Angaben der AFP zufolge hätten chinesische Gesundheitsbehörden auch einen Hund tot-geprügelt nach dem seine Besitzerin in ein Quarantäne-Hotel musste, das keine Tiere erlaubte.  

Für Aufregung sorgte nicht der Vorfall mit dem Hund im Netz, auch Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen wollen, zeigen sich kritisch. Sie bezweifeln oftmals die Wirksamkeit der Impfungen. Die chinesischen Vakzine Sinopharm und Sinovac funktionieren im Gegensatz zu mRNA-Impfstoffen mit vollständig inaktivierten Viren. Obwohl Experten den Bedenken der Eltern recht geben, wird viel Druck ausgeübt. Ungeimpfte Kinder würden derzeit von den Kindergärten nach Hause geschickt werden. Nun sollen Ärzte die Eltern in Gesprächen zur Kinderimpfung überreden - zentrales Mantra: Kinder um des Landeswohl impfen lassen.

Drei Monate vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking wächst der innerpolitische Druck in China. Dass die Regierung jedoch ihre Marschroute ändert, halten mehrere Experten für nahezu ausgeschlossen. 

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