Am Sonntag zeigte sich Michail Chodorkowski erstmals nach seiner Freilassung in der Öffentlichkeit. Bei seiner Pressekonferenz im Mauermuseum am Checkpoint Charlie in Berlin, wo er am Freitag angekommen war, dankte er Deutschland für die Hilfe. Wladimir Putins einst größter Widersacher will auf einen Machtkampf mit dem russischen Präsidenten verzichten. Er möchte sich auch aus dem Geschäftsleben zurückziehen.
Am Sonntag zeigte sich Michail Chodorkowski erstmals nach seiner Freilassung in der Öffentlichkeit. Bei seiner Pressekonferenz im Mauermuseum am Checkpoint Charlie in Berlin, , dankte er Deutschland für die Hilfe. Wladimir Putins einst größter Widersacher will auf einen Machtkampf mit dem russischen Präsidenten verzichten. Er möchte sich auch aus dem Geschäftsleben zurückziehen.
Chodorkowski bedankte sich am Sonntag in Berlin beim ehemaligen deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre Hilfe bei seiner Freilassung. Ohne den Einsatz Merkels und die "Anstrengungen" Genschers wäre er nicht in Freiheit, sagte Chodorkowski in Gegenwart seiner Eltern. "War nicht der letzte politische Gefangene"
Allerdings forderte der einst reichste Mann Russlands Deutschland und andere westliche Demokratien auch dazu auf, das Schicksal von anderen politischen Häftlingen in Russland nicht zu vergessen: "Ich hoffe sehr, dass die Politiker, wenn sie sich mit Wladimir Putin austauschen, daran denken, dass ich nicht der letzte politische Gefangene in Russland war." Er kündigte an, sich künftig für die Freilassung politischer Gefangener einzusetzen.
Er habe von seinen Anwälten von der Möglichkeit einer Freilassung erstmals Mitte November im Straflager gehört, berichtete Chodorkowski. Ihm sei mitgeteilt worden, dass Genscher mit Putin darüber gesprochen habe, und "dass Präsident Putin ein Schuldbekenntnis nicht zur Bedingung macht", und dass er "ein Gnadengesuch ohne Schuldeingeständnis schreiben" könne. Er betrachtet sich weiterhin als unschuldig.
Chodorkowski schrieb Brief an Putin
Allerdings habe er in einem persönlichen Brief an Putin etwas geschrieben, worüber er bisher nie öffentlich gesprochen habe: "Ich habe nicht vor, mich mit Politik zu befassen und werde auch nicht um Rückgabe der Aktiva kämpfen."
Chodorkowski will nach seiner Freilassung aus russischer Lagerhaft zunächst in Berlin bleiben. "Ich habe ein Visum für ein Jahr. Dieses Visum habe ich erst einmal." Auf eine Rückkehr nach Russland will der ehemalige Milliardär vorerst verzichten. Der 50-Jährige begründete dies damit, dass er keine Garantien habe, dann auch wieder ausreisen zu dürfen.
Konkrete Pläne für die Zukunft hat Chodorkowski noch nicht: "Gerade vor 36 Stunden habe ich meine Freiheit wiedergewonnen. In dieser Zeit konnte ich keine Pläne für die Zukunft fassen."
"Fußballvereine werde ich nicht kaufen"
Die russische Opposition gegen Putin will der Ex-Milliardär jedenfalls nicht finanzieren. "Ich kenne meine finanziellen Verhältnisse derzeit nicht", meinte Chodorkowski. "Das Geld reicht mir zum Leben. Fußballvereine werde ich nicht kaufen."