"Werden zur Republik der Hosenscheißer"

Im Rahmen einer Veranstaltung des Kreisky-Forums unterhielten sich SPÖ-Chef Christian Kern und Michael Köhlmeier über Politik und die Brandrede des Autors im Mai.

SPÖ-Chef Christian Kern und Autor Michael Köhlmeier wurden am heutigen Donnerstagabend unverhofft zum Publikumsmagneten im Kreisky-Forum – knapp 400 Gäste hatten sich bei schönstem Wetter im Garten versammelt. Der Ansturm überraschte sowohl den Ex-Bundeskanzler als auch den Schriftsteller.

Unter dem Titel "Fenster auf und Luft herein 3.0" unterhielten sich Kern und Köhlmeier in bester Laune über Politik und Literatur.

Während der Autor auch für sein neues Buch "Bruder und Schwester Lenobel" Werbung machte, wollte der SPÖ-Klubobmann naturgemäß eher politisch konversieren – beide teilen punkto der türkis-blauen Koalition ähnliche Ansichten.

Besonders Köhlmeiers Brandrede vor der Regierung zur Gedenkfeier der Befreiung des KZ Mauthausen am 5. Mai rückte wieder in den Fokus. Damals hatte der Schriftsteller ordentlich gegen die FPÖ ausgeteilt.

"Tagebuch der kleinen Schritte"

Diese sechsminütigen Rede hätte ihn eigentlich bei seiner Arbeit unterbrochen, witzelte Köhlmeier. Er sei für jemand anderen eingesprungen und hätte sich mehr oder weniger spontan seinen Frust über die Politik von der Seele geredet.

Seit damals würden er und seine Frau ein "Tagebuch der kleinen Schritte" führen wollen, wo jeder freiheitlicher Eklat vermerkt sei, um aufzuzeigen, dass viele kleine Schritte auch stetig nach Rechts führen würden.

Köhlmeier forderte auch den Moral-Begriff in der Politik ein. Jeder habe die gleiche Würde, so der Schriftsteller: "Ohne Schönheit wird man böse und krank und kann sich nicht mehr freuen – Wir entwickeln uns zu Republik der Hosenscheißer!" (red)

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