Oberösterreich

Christkindlmärkte für Linz trotz Corona "unverzichtbar" 

Die Linzer Christindlmärkte sollen wie geplant stattfinden. Das hat die Stadt am Mittwoch bestätigt. Trotz extremer Zuwächse bei Covid-Infektionen.

Peter Reidinger
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Der Christkindlmarkt am Hauptplatz soll stattfinden. Trotz immer mehr steigenden Corona-Zahlen.
Der Christkindlmarkt am Hauptplatz soll stattfinden. Trotz immer mehr steigenden Corona-Zahlen.
(Bild: Röbl/ Linz Tourismus)

Etwas seltsam mutete die Situation schon an. Fast zeitgleich während LH Thomas Stelzer (ÖVP) am Mittwoch in einer Rede ankündigte, dass ab Freitag auch größere private Zusammenkünfte untersagt sind, verkündete die Spitze der Linzer Stadtpolitik: "die Christkindlmärkte finden trotz Corona statt".

Die Märkte öffnen wie geplant von 21. November bis zum 24. Dezember unter "speziellen Voraussetzungen und einer Vielzahl von Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen", wie es in einer Aussendung hieß.

"Unverzichtbarer Teil"

"Die Christkindlmärkte am Hauptplatz und im Volksgarten sind Linzer Traditionsveranstaltungen und für viele Menschen ein unverzichtbarer Teil der Vorweihnachtszeit", begründete der zuständige Stadtrat Bernhard Baier den Schritt.

"Der städtische Krisenstab hat gemeinsam mit einem Sicherheitsexperten ein umfangreiches Präventionskonzept vorgelegt, damit für die Besucherinnen und Besucher ein sorgenfreier Besuch der Weihnachtsmärkte unter Einhaltung der größtmöglichen Sicherheit gewährleistet ist“, meinte auch Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ).

Abstand halten, Maske tragen

Das Sicherheitskonzept sieht folgendes vor: Maskenpflicht am Gelände, Sicherheitsabstand, ein eigener Corona-Beauftragter beim Magistrat und Infos von der Stadt an die Standlbetreiber.

Es wird ein elektronisches Personenzählsystem eingesetzt. Im Volksgarten finden etwa 2.300 Personen Platz, am Linzer Hauptplatz etwa 1.200 Menschen. Damit Mindestabstände eingehalten werden können, will die Stadt "auf zusätzliches geschultes Ordnungspersonal zu stark frequentierten Zeiten sowie auf Bodenmarkierungen auf den Hauptgehwegen" setzen. Zudem wird es Absperrgitter rund um das Marktgelände geben, "um die BesucherInnenströme in entsprechende Richtungen zu lenken".

Kein Alkoholverbot

Der Markt am Hauptplatz soll bis 21 Uhr offen sein, "um sich kulinarisch zu verwöhnen oder bei einem Häferl Punsch den Tag gemütlich ausklingen zu lassen", so die Stadt. Heißt: An ein Alkoholverbot wird nicht gedacht.

Deutschland sagt Märkte reihenweise ab

Während Linz am Christkindlmarkt festhält, werden in Deutschland die Märkte reihenweise abgesagt. In München wackelt der große Markt am Marienplatz, in Köln wurden überhaupt schon die meisten Märkte in der Innenstadt abgesagt. In Berlin wurde der Gendarmenmarkt bereits abgesagt, in Frankfurt stehen die Märkte laut deutschen Medien ebenfalls vor dem Aus. Und einer der bekanntesten Christkindlmärkte weltweit, jener in Nürnberg, wurde am Montag endgültig abgesagt. "Wir  können eine zusätzliche Ansammlung von vielen Tausend Menschen in der Innenstadt nicht verantworten", so Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König. 

Zum Vergleich: Nürnberg hatte mit Stand Dienstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 97. Heißt: Es gab auf 100.000 Personen in den vergangenen sieben Tagen 97 Infizierte. In Linz lag dieser Wert am Mittwoch bei 216, in Ried bei mehr als 450.