Zirkustiere seit Wochen in Österreich gestrandet

Kamele auf einem Bauernhof in Deutschland. Symbolbild
Kamele auf einem Bauernhof in Deutschland. SymbolbildBild: picturedesk.com
Eigentlich sollte der Aufenthalt in Lustenau nur ein kurzes Gastspiel für den Wanderzirkus werden, mittlerweile sitzen dessen Tiere seit Ende Juli hier fest.
Bei einem Pferd eine unbeteiligten Privatperson war ein ansteckendes Virus festgestellt worden. Weil in Folge im Umkreis von einem Kilometer eine Sperrzone errichtet wurde, dürfen die Pferde, Ponys und Kamele des Zirkus nicht ausreisen. Und das noch mindestens bis 29. September. Das berichtet der ORF am Mittwoch.

Seitens der Gemeinde versuche man zu helfen. Das Gelände, auf dem diese aktuell residieren, habe die Gemeinde im Juli ursprünglich für zehn Tage dem Circus Berlin zur Verfügung gestellt. "Es ist wirklich tragisch, die Tiere können bis Ende September nicht weg", wird der Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer zitiert. Höchstpersönlich hat er nun gratis Futter für die Tieren aufgetrieben, um den Betreibern unter die Arme zu greifen.

Zirkus steht vor dem Aus

Denn die Versorgung der Tiere ist nicht das einzige Problem, das den gestrandeten Wanderzirkus plagt. Dieser war laut "Vorarlberger Nachrichten" erst vor knappen zwei Wochen kurzfristig von dem früheren Schweizer Radprofi Beat Breu (61) übernommen worden – und steht nicht nur wegen der Zwangspause in Lustenau jetzt vor dem Aus.

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Denn wie eidgenössische Medien berichten, liegt der Schweizer auch mit seinem deutschen Partner Adolf Lauenberger, Eigentümer des Circus Berlin und somit des Zelts, der Wagen und der Tiere, im Clinch.

Zerbrochenes Vertrauen

Auch intern dürfte es massive Probleme geben haben. Vorstellungen seien sabotiert und Versprechen nicht eingehalten worden, klagt Heidi Breu (66) gegenüber dem "Blick" und nennt ein Beispiel: "Wir hatten nie genug Leute, um das Zelt abzuräumen. Eines Tages hieß es, ich solle Adolf Geld geben, er würde in Österreich vier Rumänen holen. Zurück kam er alleine – und das Geld war weg."

Der Deutsche wiederum dementiert diese Darstellungen. Es seien einfach keine Zuschauer gekommen: "Beat ist ein netter Mensch, doch das Ganze ist ihm über den Kopf gewachsen." Die Breus würden ihm jedoch "eine Menge Geld" schulden.

Diese denken trotz aller Rückschläge nicht daran, ihren Traum von der eigenen Manage aufzugeben. Ex-Rennfahrer Breu möchte noch dieses Jahr mit einem kleineren Zelt und wohl anderen Partnern auf Tour gehen.

Die Bilder des Tages

(rcp)

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