"Click & Collect" für Handel doch nicht wie erhofft

Marijan Murat / dpa / picturedesk.com
Der Handel ist seit Samstag wegen des Lockdowns wieder zu. Dieses Mal gibt es jedoch die Möglichkeit, bestellte Waren vor Ort im Geschäft abzuholen.

"Click and Collect" -  im Gegensatz zu den Shutdowns davor, gibt es diese Option nun während dieses Lockdowns. Das Konzept "Click an Collect" soll Kunden die Möglichkeit bieten, bestellte Waren vor Ort im Geschäft abzuholen. Der Handel hatte schon seit dem ersten Lockdown auf die Einführung einer solchen Regelung gedrängt. Die jetzigen Umsatzerwartungen sind allerdings verhalten.

Laut Handelsverband würde diese Regelung weniger als zehn Prozent der erwarteten Umsatzverluste im Einzelhandel kompensieren. Von einem solchen System würde zudem nur ein Bruchteil der heimischen Händler profitieren können, betonte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will am Montag.

Er erklärte weiter, dass die Möglichkeit, "Click & Collect" anzubieten, vor allem vom jeweiligen Geschäftsmodell und Produkt abhänge. "Viele heimische Händler sind viel zu klein, für sie stehen die möglichen Umsätze in keiner Relation zu anfallenden Mietkosten und administrativem Aufwand."

Digital noch nicht entsprechend gerüstet

Den Anteil jener Händler, die "Click & Collect" im dritten harten Lockdown anbieten werden, werden von Will auf unter 10 Prozent geschätzt. Profitieren würden vor allem Möbelhändler und der Baustoffhandel, da diese Branche bereits viel in Click & Collect Systeme investiert hätte, führte der Handelsverband-Geschäftsführer aus. Viele österreichische Händler seien aber digital noch nicht entsprechend gerüstet, beklagte er.

Doch auch der Anteil der Österreicher, die "Click & Collect" nun als Einkaufsform nutzen wollen, bleibt laut Will überschaubar. Einer aktuellen Umfrage des Handelsverbands zufolge gaben lediglich etwa 6 Prozent der befragten Österreicher an, in den kommenden Wochen auf diese Art einkaufen zu wollen.

Kann Umsatzeinbußen nicht wett machen 

Auch der WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik zeigte sich verhalten. Aufgrund fehlender Erfahrungswerte sei es derzeit schwierig, eine genaue Prognose zum Erfolg des "Click & Collect"-Systems zu geben, erklärte er. Für die Händler sei dies zwar eine "wichtige Möglichkeit, die es gilt, anzubieten". Klar sei aber, dass die Regelung die erwarteten Umsatzeinbußen durch den dritten Lockdown nicht wett machen können. Die Umsätze durch "Click & Collect" würden laut Trefelik "in keinster Weise ein Volumen erreichen, die die Ausfälle kompensieren".

Auch er betonte, dass die Reglung nicht für alle Händler sinnvoll ist. Ein "Click & Collect"-System "passt nicht für jeden". Händler, deren Geschäftsmodell nicht geeignet ist, hätten laut dem Handelsobmann jetzt "keine Chance". 

"Für die große Zahl der heimischen Händler ist der Lockdown eine Katastrophe", beklagte Trefelik.

Umsatzverluste von knapp 1,9 Mrd. Euro erwartet

Die Zeit nach Weihnachten ist normalerweise für den Handel eine umsatzstarke Zeit. Handelsforscher der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) erwarten durch den dritten Lockdown Umsatzverluste im heimischen Einzelhandel von knapp 1,9 Milliarden Euro. Der Handelsverband rechnet mit Umsatzverlusten in Höhe von drei Milliarden Euro.

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