Eine Auseinandersetzung zwischen zwei Jugendgruppen hat Mitte Mai in Schwaz für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Wie Ermittlungen der Polizeiinspektion Schwaz ergaben, standen sich am 15. Mai gegen 23 Uhr eine zehnköpfige und eine vierköpfige Gruppe gegenüber.
Nach einer zunächst verbalen Streiterei eskalierte die Situation: Ein 17-jähriger Österreicher zog laut Polizei eine Schreckschusswaffe und feuerte einen Schuss in die Luft ab. Anschließend soll er einen 16-Jährigen sowie einen 18-Jährigen mit der Waffe bedroht haben.
Daraufhin ging der 16-Jährige auf den 17-Jährigen los, es kam zu einem Handgemenge.
Im Zuge der Auseinandersetzung wickelte ein beteiligter 18-jähriger Österreicher laut Polizei eine grobgliedrige Halskette um seine Faust und schlug damit einem anderen 17-Jährigen ins Gesicht. Das Opfer erlitt schwere Gesichtsverletzungen und musste in der Klinik Innsbruck behandelt werden.
Auch ein Messer soll bei der Schlägerei gezogen worden sein: Ein 17-jähriger Syrer nahm laut Ermittlern ein Klappmesser zur Hand, um die rivalisierende Gruppe auf Abstand zu halten. Danach konnte die vierköpfige Gruppe – darunter der bewaffnete 17-Jährige sowie der Syrer – flüchten.
Erst durch intensive kriminalpolizeiliche Ermittlungen gelang es den Beamten der Polizeiinspektion Schwaz, sämtliche Beteiligte auszuforschen und einzuvernehmen. Laut Polizei zeigten sich die Beschuldigten bei den Vorwürfen – darunter gefährliche Drohung und schwere Körperverletzung – voll geständig.
Bei zwei von der Staatsanwaltschaft Innsbruck angeordneten Hausdurchsuchungen wurden schließlich mehrere Beweisstücke sichergestellt. An den Einsätzen beteiligt waren Beamte der Polizeiinspektionen Schwaz und Strass im Zillertal sowie Kräfte der Schnellen Interventionsgruppe (SIG) und des Einsatzkommandos Cobra. Dabei fanden die Ermittler unter anderem die Tatwaffen, Munition sowie abgefeuerte Patronen.
Die Beschuldigten werden wegen mehrerer Delikte bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck angezeigt. Gegen drei Beteiligte wurde zudem ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen.