Ungarische Politiker fordern Coca-Cola-Boykott

Coca-Cola hat in Ungarn eine Kampagne gestartet, die gerade für Aufregung sorgt.
Coca-Cola hat in Ungarn eine Kampagne gestartet, die gerade für Aufregung sorgt.Bild: iStock
Getränkehersteller Coca Cola kassiert gerade in Ungarn einen erwarteten Shitstorm wegen einer Kampagne, in der es um gleichgeschlechtliche Liebe geht.
Gerade sorgt Coca Cola in Ungarn durch seine neueste Kampagne für Aufregung. "Love is Love" nennt sie sich. Unter jedem Plakat steht der Slogan: "Kein Zucker, keine Vorurteile". Die konservative Anhängerschaft Victor Orbáns ist darüber weniger amüsiert.

Kalkulierte Aktion mit Wirkungskraft



Die Kampagne startete wenige Tage vor dem Sziget-Festival in Budapest, das dieses Jahr "Love Revolution" zum Thema hat. Was kein Zufall ist. Auch wenn sich hinter der Provokation eine kalkulierte Aktion befindet, geht es um die Wirkungs- und Aussagekraft. Wo binnen weniger Tage 50.000 Menschen gegen Plakate unterschreiben, die gleichgeschlechtliche Liebe darstellen - mit dem Aufruf zu Gleichberichtigung -, da bedeutet es Handlungsbedarf und mehr Provokation. In einem Land unter rechtskonservativer Regierung Viktor Orbáns, die sich auf Feindbilder stützt, ist der Anstoß einer internationalen Diskussion daher sicherlich keine gescheiterte Anregung eines Diskurses.

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Mehr Toleranz für LGBTQ-Community




Die mediale Aufmerksamkeit kommt dem Unternehmen nicht ungelegen. Der Getränkehersteller setzt sich jedoch schon lange gegen die Ausgrenzung der homosexuellen Gemeinschaft ein.

In Ungarn ist das bei der aktuellen politischen Lage kein harmloses Unterfangen. Anhänger des konservativen Viktor Orbán rufen deswegen zum Boykott der Marke auf und fordern die Entfernung aller in der ungarischen Hauptstadt Budapest angebrachten Plakate. Sie haben sogar eine Petition online gestellt, die schon 50.000 Unterstützer hat. Sollte es dazu kommen, dass alle Plakate entfernt werden, wolle Coca Cola weitere Kampagnen starten. "Irgendwann ist es nicht mehr aufzuhalten", so Coca-Cola. "Jeder hat das Recht, die Person zu lieben, die er wählt!"

(GA)
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