Tierisch uncool

"Coco die Öffi-Katze" – deshalb sorgt sie für Empörung

Während es offenbar viele Menschen niedlich finden, wenn die taube Katze "Coco" mit der Wiener U-Bahn fährt, sind Tierschützer empört.

"Coco die Öffi-Katze" – deshalb sorgt sie für Empörung
Taube Katze lässt Herzen von Öffi-Kunden höher schlagen, doch Tierschützer sind empört.
Leserreporter

Laut der Besitzerin von der schneeweißen "Coco", genieße die junge, neugierige Katze ihre Ausflüge mit den Wiener Öffis. In einer Tasche, oder nur mit Brustgeschirr und Leine gesichert mache der Miez' der Trubel und Stress gar nichts aus, da sie taub sei. Doch auch wenn die Abenteuer der Katze witzig und niedlich wirken, so sind sie in Wahrheit von hoher Tierschutzrelevanz.

Missbrauch für Instagram?

Nachdem die Bilder von "Coco" auch die "Heute"-Redaktion erreichten und darüber geschrieben wurde, meldete sich die Tierschutzombudsstelle Wien: Bewusst oder nicht bewusst - "Coco" findet die Ausflüge mit Sicherheit nicht besonders prickelnd, auch wenn sie taub ist.

Katzen nehmen ihr Umfeld natürlich nicht nur über auditive Reize wahr und können auch mit eingeschränktem Hörvermögen von Freizeit-Fahrten in den Öffis überfordert sein
Indra Kley-Schöneich
Tierschutzombudsstelle Wien

Auch kritisieren die Tierschützer das Internet-Phänomen von Qualzucht-Tieren. Taylor Swift macht es mit ihrer Faltohrkatze natürlich vor, aber ein schneeweißes Kätzchen, welches aufgrund eines genetischen "Fehlers" taub ist, sollte auch keine Züchter motivieren und die Nachfrage erhöhen.

Auch "Coco" ist angeblich ein Mischling der Rasse "Türkisch Angora":

    Die "Türkisch Angora" zählt zu den ältesten Katzenrassen der Welt.
    Die "Türkisch Angora" zählt zu den ältesten Katzenrassen der Welt.
    Getty Images/iStockphoto

    Ganz klar gegen Tierschutzgesetze

    Diese Art des "Katzentransports" widerspricht in erster Linie den Beförderungsbedingungen von den Wiener Linien und ÖBB. Man darf zwar kleinere, ungefährliche Haustiere unentgeltlich transportieren, jedoch nur "in einem geschlossenen Behältnis (z.B. einem Tragekorb für Katzen)", heißt es von Seiten der Wiener Linien. 

    Auch aus Tierschutzsicht ist die Mitnahme einer Katze in der U-Bahn abzulehnen. Laut österreichischem Tierschutzrecht ist die Anbindehaltung von Katzen auch kurzfristig nicht erlaubt. Generell sind Tiere so zu halten, dass ihr Verhalten nicht gestört und ihre Anpassungsfähigkeit nicht überfordert wird (§ 13 Abs 3 TSchG).

    Auch wenn es viele Haustierbesitzer durchaus nicht böse meinen, so gilt in jedem Falle als Beobachter von ungewöhnlichen Situationen mit Tieren ganz genau hinzusehen und nicht sofort wie im Zirkus oder Zoo in womöglich falsche Begeisterung zu verfallen. Was für uns oft süß und lustig aussieht, ist für das Tier oftmals eine echte Qual.

    Auf den Punkt gebracht

    • Die taube Katze "Coco", die regelmäßig mit den Wiener Öffis fährt, ruft Empörung bei Tierschützern hervor, da dies gegen Tierschutzgesetze und -prinzipien verstößt
    • Trotz der scheinbaren Niedlichkeit der Situation sind die Ausflüge für "Coco" stressig und könnten zu einer erhöhten Nachfrage nach Qualzucht-Tieren führen
    • Die Tierschützer betonen, dass diese Art des Transports dem Tierschutz eindeutig entgegensteht
    tine, red
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